Freiberufler Steuern – 5 wertvolle Tipps

Als Freiberufler Steuern zahlen – daran führt kein Weg vorbei. Doch welche Steuerarten gibt es und welche sind relevant? Welche Auswirkungen hat die Steuer auf das Einkommen des Freiberuflers?

Wenn es um Steuern geht, sind Freiberufler in einer interessanten Position. Größer als Kleingewerbe aber kleiner als Kapitalgesellschaften. Und: Freiberufler profitieren von Steuervorteilen. Mit diesem Artikel möchten wir dir einen Überblick ermöglichen. Der Artikel stellt keine Steuerberatung dar und soll auch nicht als Handlungsanweisung verstanden werden, wie Freiberufler Steuern optimieren können. Vielmehr ist es ein Impuls.

 

Welche Steuern zahlen Freiberufler?

Freiberufler sind Menschen, die auf eigene Rechnung und Verantwortung ihre Dienstleistungen und Produkte anbieten. Viele Freiberufler arbeiten als Berater, Webdesigner oder Grafiker, aber auch Ärzte, Rechtsanwälte und Journalisten können Freiberufler sein. Wichtig ist hierbei die Abgrenzung zum Kleingewerbe. Denn wer zum Beispiel als Kleingewerbe nebenbei Webseiten erstellt, ist nicht automatisch Freiberufler. Hilfreich ist es deshalb, die Abgrenzung Kleingewerbe Freiberufler zu kennen.

Als Freiberufler Steuern sparen Abgrenzung Kleingewerbe Freiberufler

Wenn Sie als Freiberufler tätig sind, müssen Sie Steuern zahlen. Die Steuerpflicht hängt davon ab, wo Sie leben und wie viel Sie verdienen. Es gibt unterschiedliche Arten von Steuern, die für Freiberufler relevant sind. Dazu gehören Einkommenssteuer, Gewerbesteuer sowie Umsatzsteuer.

Einkommenssteuer Freiberufler

Einkommenssteuer ist eine direkte Steuer auf das Einkommen jedes Individuums. Als Freiberufler sind Sie dazu verpflichtet, Ihr Einkommen jedes Jahr beim Finanzamt zu melden. Abhängig vom Einkommensniveau des Freiberuflers und dem jeweiligen Land kann ein progressiver oder ein linearer Steuersatz angewendet werden.

Gewerbesteuer Freiberufler

Gewerbesteuer ist eine indirekte Steuer, die Unternehmen für den Gewinn erheben müssen. Diese Art der Steuer ist in Deutschland besonders weit verbreitet. Wenn Sie als Freiberufler tätig sind, müssen Sie Gewerbesteuer zahlen, wenn Ihr Umsatz hoch genug ist und Ihr Gewinn über dem Geringfügigkeitsgrenzbetrag liegt.

Umsatzsteuer

Es gibt zwei Umsatzsteuersätze in Deutschland: 7% und 19%. Welcher Steuersatz gilt, hängt von der Art der Ware oder Dienstleistung ab. Für manche Freiberufler kommt der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7% in Betracht, zum Beispiel für Künstler, Schriftsteller und ähnliche Berufe.

Buch Freiberufler

Allerdings gibt es eine Ausnahme von der Umsatzsteuerpflicht: Die Kleinunternehmerregelung. Diese gilt für Selbstständige und Unternehmer, die im Vorjahr nicht mehr als 22.000 Euro Umsatz gemacht haben und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz machen werden1. Wenn du diese Grenzen einhältst, musst du sehr wahrscheinlich keine Umsatzsteuer zahlen und auch keine Umsatzsteuererklärung abgeben. Wenn du dir unsicherbist, ob du als Freiberufler Steuern auf den Umsatz zahlen musst, sprich mit deinem zuständigen Finanzamt oder deinem Steuerberater.

Als Freiberufler zahlst du mehrere Arten von Steuern. Das Thema ist komplex. Vermeiden Sie es daher unbedingt, deine Steuererklärung selbst zu machen – vertrauen stattdessen auf einen kompetenten Profi! Auch für Fragen rund um die Thematik „Freiberufler Steuern“ steht dir Steuerberater gerne zur Seite – so bleibt dir auch mehr Zeit für dein Kerngeschäft!

 

Welche Abgaben müssen Freiberufler an das Finanzamt abführen?

Als Freiberufler müssen Sie sich nicht nur um Ihre eigentliche Tätigkeit kümmern, sondern auch um die Abgaben an das Finanzamt. Doch welche Abgaben sind das genau?

Zunächst einmal müssen Sie Einkommensteuer zahlen. Diese wird auf Basis Ihres Gewinns berechnet und richtet sich nach dem Einkommensteuertarif. Als Freiberufler haben Sie außerdem die Möglichkeit, Betriebsausgaben von Ihrem Gewinn abzuziehen und somit Ihre Steuerlast zu senken. So können Freiberufler Steuern sparen – denn die Auswahl der abzugsfähigen Ausgaben ist beim Freiberufler natürlich deutlich höher als bei Privatpersonen.

Tipps zur Umsatzsteuer

Neben der Einkommensteuer müssen Sie auch Umsatzsteuer abführen, falls Sie umsatzsteuerpflichtig sind. Dies ist der Fall, wenn Ihr Jahresumsatz über 22.000 Euro liegt (bei Dienstleistungen) oder über 17.500 Euro (bei Warenlieferungen). Die Umsatzsteuer beträgt in der Regel 19 Prozent und wird auf den Nettobetrag aufgeschlagen. Es kann sich jedoch lohnen freiwillig die Umsatzsteuer zu zahlen. Denn sobald Sie Umsatzsteuer abführen, können Sie auch gezahlte Umsatzsteuer zurück verlangen. Ausgaben wie Computer, Möbel oder andere Gegenstände werden so automatisch 19% günstiger.

Tipps zur Gewerbesteuer

Weiterhin müssen Freiberufler auch Gewerbesteuer zahlen, sofern sie ein Gewerbe anmelden. Hierbei handelt es sich um eine kommunale Steuer, deren Höhe je nach Gemeinde unterschiedlich ausfallen kann. Entscheidend ist hier der Gewerbesteuer Hebesatz. Dieser fällt je nach Gemeinde unterschiedlich aus. Es lohnt sich also zu vergleichen. Die selbe freiberufliche Tätigkeit in einer anderen Gemeinde kann viele tausend Euro Steuererleichterung bedeuten.

Weitere Abgaben

Zusätzlich gibt es noch weitere Abgaben wie beispielsweise die Künstlersozialabgabe oder die Solidaritätszuschlag, die zwar nicht zu den Freiberufler Steuern zählen, jedoch ebenfalls gezahlt werden müssen. Auch Berufsverbände können Gebühren erheben. Hierbei kommt es auf die Branche an – Details im verlinkten Beitrag.

Es ist wichtig, dass Sie als Freiberufler alle relevanten Abgaben kennen und diese fristgerecht an das Finanzamt abführen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Eine gute Buchhaltung sowie gegebenenfalls die Unterstützung eines Steuerberaters können hierbei sehr hilfreich sein. Hierzu gleich mehr.

 

Wie kann man als Freiberufler Steuern sparen?

Als Freiberufler hat man oft ein geringes Einkommen und daher die Möglichkeit, Steuern zu sparen. Es ist wichtig, sich über die verschiedenen steuerlichen Vorteile des Freiberuflerstatus zu informieren, damit man in vollem Umfang von ihnen profitieren kann. Wir möchten Ihnen Tipps geben, damit Sie Ihrem Steuerberater die richtigen Fragen stellen und somit als Freiberufler Steuern sparen können.

Homeoffice Arbeitsplatz als Freiberufler

Einer der besten Wege, um als Freiberufler Steuern zu sparen, ist das Einrichten eines Home-Office-Arbeitsplatzes. Viele Freiberufler arbeiten aus dem Komfort ihres eigenen Zuhauses und dadurch lässt sich das Arbeitszimmer als Werbungskosten absetzen. Dieser steuerliche Abzug ermöglicht es Ihnen, viel Geld durch die Verringerung der Einkommenssteuer zu sparen.

Fahrtkosten als Freiberufler abrechnen

Ebenfalls können Sie als Freiberufler Fahrtkosten von Ort zu Ort absetzen, wenn Sie im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit unterwegs sind. Dazu gehören auch Reisekosten für Geschäftsreisen und andere Arbeitsaufgaben. Allerdings müssen Sie dafür Nachweise vorlegen, um den Betrag abziehen zu können.

Ausbildungskosten als Freiberufler

Darüber hinaus können Freiberufler auch die Kosten für Ausbildung absetzen, wenn diese im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit steht. Dies gilt jedoch nur für Ausgaben bis zu einem bestimmten Betrag pro Jahr und nur für solche Ausgabengegenstände, die direkt mit der beruflichen Tätigkeit in Verbindung stehen. Als Freiberufler steuern Sie Ihre Ausgaben, indem Sie zum Beispiel teuere, große Schulungsmaßnahmen in einem Jahr durchführen, in welchem auch das Einkommen hoch ist.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie als Freiberufler Steuern sparen bzw. die Ausgaben optimieren. Allerdings müssen alle Faktoren – wie Home-Office Arbeitsplatz oder Ausbildungskosten – genauestens beachtet werden um den maximal möglichen Nutzen daraus ziehen zu können. Es ist immer zu empfehlen, einen Steuerberater und eine professionelle Buchhaltungssoftware zu nutzen.

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Freiberufler Buchhaltung

Eine wichtige Aufgabe für Freiberufler ist es, ihre Rechnungen und Belege korrekt zu dokumentieren. Dies gilt sowohl für die Verwaltung der Finanzen im Allgemeinen als auch für die Erfüllung Ihrer Steuerpflicht. Eine strukturierte und systematische Dokumentation der Ausgaben und Einnahmen ist ein wichtiger Bestandteil der ordnungsgemäßen Buchführung und vorgeschrieben. Es hilft nicht, Belege einfach aufzuheben.

Es gibt mehrere Optionen, wie Sie Ihre Rechnungen dokumentieren können. Eine Möglichkeit besteht darin, eine professionelle Buchhaltungssoftware zu nutzen. Diese Systeme sind inzwischen wirklich einfach zu bedienen. Sie denken mit, geben Tipps und nutzen künstliche Intelligenz um auf mögliche Fehler hinzuweisen. Mit einer guten Buchhaltungssoftware sparen Sie also nicht nur Zeit sondern können auch als Freiberufler steuern und überwachen, wann welche Rechnungen verschickt werden und ob Zahlungseingänge bereits erfolgt sind.

Die zwei Marktführer in Deutschland sind sevdesk und Lexoffice. Beide Anbieter bieten leistungsfähige Buchhaltungssoftware an. Beide Tools eigenen sich für Freiberufler. Preislich sind beide Anwendungen ähnlich aufgestellt, der Unterschied liegt hier im Detail. Wir haben beide Anbieter von Buchhaltungssoftware deshalb verglichen.

sevdesk vs Lexoffice

sevDesk vs Lexoffice

Eine andere Möglichkeit besteht darin, ein Papierregister zu verwenden. Hier müssen Sie regelmäßig Ihre Belege sortieren und ablegen, um sicherzustellen, dass alle Aufzeichnungen ordnungsgemäß geführt werden. Außerdem ein Buch führen, in welchem Sie die Konten führen. Ich habe das damals noch händisch in der Schule gelernt und kann deshalb von dieser Methode abraten. Es ist theoretisch möglich aber in der Praxis hat wohl kein Freiberufler so viel Zeit, um die Buchhaltung in Papierform durchzuführen.

Fristen für Freiberufler

Abschließend sollten Freiberufler bei der Erstellung ihrer Steuererklärung auch bedacht auf die Einhaltung von Fristen achten. Da die verschiedene steuerliche Abgabefrist unterschiedlich lang sind, ist es ratsam, sich frühzeitig Gedanken über den Ablauf des Verfahrens zu machen und die notwendigen Unterlagen rechtzeitig vorzulegen. Nur so können Freiberufler sichergehen, dass sie ihrer Steuerpflicht angemessen nachkommen und keine Nachteile bei der Abgabe ihrer Steuererklärung haben.

 

Welche Versicherungen müssen Freiberufler abschließen?

Als Freiberufler sind Sie nicht nur für Ihre Steuerangelegenheiten selbst verantwortlich, sondern auch für Ihre Versicherungen. Denn anders als Angestellte sind Sie nicht automatisch über Ihren Arbeitgeber versichert. Welche Versicherungen Sie als Freiberufler abschließen sollten, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Berufshaftpflicht

Eine der wichtigsten Versicherungen ist die Berufshaftpflichtversicherung. Diese schützt Sie vor Schadensersatzansprüchen, die aus Ihrer beruflichen Tätigkeit resultieren können. Insbesondere wenn Sie als Freiberufler in einer beratenden oder kreativen Branche tätig sind, kann eine Berufshaftpflichtversicherung im Ernstfall vor finanziellen Folgen bewahren.

Lesen Sie hierzu mehr: Berufshaftpflicht – brauche ich das?

Krankenversicherung

Auch eine Krankenversicherung ist unverzichtbar. Als Selbstständiger haben Sie die Wahl zwischen einer gesetzlichen und einer privaten Krankenversicherung. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile und sollten sorgfältig abgewogen werden.

Betriebshaftpflichtversicherung

Je nach Tätigkeit kann auch eine Betriebshaftpflichtversicherung sinnvoll sein. Diese schützt Sie vor Schäden, die durch Ihr Unternehmen entstehen können, wie beispielsweise Sach- oder Personenschäden.

Neben diesen Versicherungen gibt es noch weitere Optionen wie eine Rechtsschutzversicherung oder eine Unfallversicherung. Welche Versicherungen für Sie als Freiberufler relevant sind, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Lassen Sie sich am besten von einem Experten beraten und stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend versichert sind.

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Was ist eine steuerliche Betriebsprüfung und wie kann man sich darauf vorbereiten?

Bei einer steuerlichen Betriebsprüfung müssen Freiberufler auch bestimmte Unterlagen vorlegen, z.B. Rechnungen, die für die Abgabe der Steuererklärung relevant sind. Dazu gehören

  • Quittungen,
  • Kontoauszüge,
  • Belege für Werbungskosten und betriebliche Ausgaben,
  • sowie Belege für betriebliche Einnahmen.

Daher ist es wichtig, dass alle diese Unterlagen vollständig und auf dem neuesten Stand sind. Eine gute Vorbereitung auf eine steuerliche Betriebsprüfung beinhaltet auch eine vollständige Einhaltung der steuerlichen Vorschriften.

Sie sollten sicherstellen, dass sie alle steuerlichen Bestimmungen, die für ihren Status relevant sind, kennen und befolgen. Dazu gehört auch, dass als Freiberufler Steuern korrekt und pünktlich zahlen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist es, dass alle Umsatzsteuer-Voranmeldungen korrekt und fristgerecht eingereicht werden.

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Von Sebastian