Geschäftskonto kostenlos – Vergleich

Als Gründer möchte man sein Geschäftskonto kostenlos haben. Schließlich lauern Gebühren und Steuern an jeder Ecke. Die Liste der Geschäftskonten ist lang und reicht von kostenlos bis 65 Euro pro Monat. Doch besonders kostenlose Geschäftskonten bergen Risiken und Gefahren. Wir haben genau verglichen.

 

Konto für Gründer

Ein Kleingewerbe ist formal mit dem Ausfüllen des Gewerbescheins beim KVR gegründet. Doch es folgt eine ganze Menge Papierkram. Um privat und geschäftlich zu trennen, empfehlen wir ein kostenloses Geschäftskonto zu eröffnen. Bei den Kaptialgesellschaften (GmbH, UG, AG,…) ist ein Geschäftskonto sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Die Vorteile: der Bankenmarkt ist inzwischen so weit gereift, dass Sie viele Services inklusive haben, selbst wenn das Geschäftskonto kostenlos angeboten wird. Auch ist die Genehmigung der Kontoeröffnung heute meist kein Thema mehr.

Die Nachteile: Im Umkehrschluss allerdings ist auch klar, dass Banken nichts zu verschenken haben. Versteckte Gebühren oder Folgekosten können deshalb drohen. Es lohnt sich daher, vorab genau zu vergleichen und genau das haben wir für Sie getan. Geschäftskonto kostenlos oder nicht – wir haben für Sie recherchiert und verglichen.

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Bedingungen: so bleibt das Geschäftskonto kostenlos

Es lauern also versteckte Gebühren. Die Postbank zum Beispiel verlangt für jede Buchung eine Gebühr. Auch viele Sparkassen berechnen für jede Kleinigkeit eine separate Gebühr. Kontokarte, Kontoauszüge – selbst der Zugang zum Onlinebanking kostet bei den Sparkassen häufig extra.

Die eigentliche Frage ist also, wie Sie ein kostenloses Geschäftskonto online eröffnen können, ohne Mindesteinlage und versteckte Gebühren. Die Mindesteinlage ist bei vielen Gründern ein Problem, da gerade am Anfang die finanziellen Mittel begrenzt sind. Auch ein gefordertes Mindestguthaben kann hier schnell zum Problem werden, weil bei Unterschreitung plötzlich saftige Gebühren drohen. Wir verstehen natürlich, dass auch Banken von Gebühren leben und diese benötigen. Aber dann sollte ein Geschäftskonto eben nicht als „kostenlos“ beworben werden. Im Geschäftskunden Segment ist diese Praxis übrigens absolut zulässig. Hier gelten die Regelungen für Unternehmer und eben nicht die verbraucherfreundlichen Privatkunden Konditionen. Deshalb genau acht geben.

 

 Achtung bei diesen Banken

Wir haben im Test einige FinTechs entdeckt, die ein Geschäftskonto kostenlos anbieten. Bei den meisten taucht die Solaris Bank im Kleingedruckten mit auf. Die Solaris Bank selbst tritt dabei nicht auf, sondern „verleiht“ ihre Banklizenz an diverse FinTechs, damit diese – auch ohne eigene Banklizenz – diverse Bankprodukte kreieren können. Rein juristisch ist dieses Vorgehen korrekt. Im Netz finden sich jedoch einige Beschwerden. Denn hier sorgen gleich vier Umstände  für potentiellen Ärger:

#1 geringe Expertise

Die FinTechs, ohne eigene Banklizenz, verfügen womöglich nicht über das Know-How, welches die großen, etablierten Filialbanken vorweisen können. Fehlende Erfahrung und diverse Kinderkrankheiten werden deshalb häufig im Netz bemängelt.

#2 unklare Zuständigkeit

Zuständigkeit: das Konstrukt birgt Tücken. Der eigentliche Anbieter, welcher nach außen hin auftritt, hat selbst keine Banklizenz sondern verkauft nur einen „Service“. Gibt es dann Probleme, verweist eine Partei auf die andere und der Unternehmer als Kunde sitzt zwischen den Stühlen der Zuständigkeiten.

#3 Fehlender Ansprechpartner

Keine Ansprechpartner: bei Filialbanken lassen sich Themen persönlich vor Ort klären. Auch wenn diese Form der Zusammenarbeit im Privatkundengeschäft inzwischen passé ist – bei Firmenkunden ist der persönliche Kontakt tatsächlich wichtig.

Es geht hier nicht nur um Kontoführung sondern auch um Aspekte wie Finanzierung, Überziehungen und die Planung der Geschäftszahlen sowie wichtigen Tipps um Fehler zu vermeiden. Bei FinTechs ohne festen Ansprechpartner (und ohne Filialen) fehlt diese wichtige Säule.

#4 Zeitdruck

Zeitdruck: wenn Sie als Unternehmer oder Gründer nicht auf Ihr Geschäftskonto zugreifen können, dann kann dies ernsthafte Folgen haben. Kunden springen ab, Mahnungen drohen oder wichtige Lizenzen werden nicht verlängert, wenn die Zahlung nicht eingeht. Zeitdruck bedeutet aber auch, dass Sie bei unklaren Situationen nicht die Zeit haben, zu warten, bis das FinTech die internen Zuständigkeiten mit seinen Anbietern im Hintergrund besprochen hat.

Somit sollten Sie diese vier Aspekte bei der Auswahl des Geschäftskontos im Hinterkopf behalten. Alle Banken im Test haben ordentliche Leistungen vorzuweisen. Alle Anbieter haben leistungsfähige Apps und bieten im Zahlungsverkehr brauchbare Lösungen. Bei Anbietern, mit Solaris Bank im Hintergrund, sollten Sie jedoch die Bewertungen genau studieren.

 

Der Testsieger

Unser Testsieger glänzt mit zahlreichen Vorteilen. Wir haben das Konto selbst ausprobiert und über einen Zeitraum von 1 Jahr aktiv genutzt. Von der Kontoeröffnung über Zahlungsverkehr, Onlinebanking, Kundensupport lief alles bestens. Auch das Leistungsspektrum ist beachtlich:

1
Geschäftskonto kostenlos ohne Mindesteinlage
2
Firmenkreditkarte: VISA
3
Leistungsfähiges Onlinebanking inklusive, dort können auch Kunden als Favoriten angelegt werden
4
HBCI inklusive - das ist wichtig, etwa wenn die Buchführung mit Software automatisiert wird.
5
Monatlich 50 kostenlose Buchungsposten
6
Im Hintergrund steht die Deutsche Bank mit Erfahrung und Reichweite
7
Zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem vom Handelsblatt
8
Konto ist "upgrade fähig" und kann mit dem Unternehmen wachsen
FYRST Base

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Warum überhaupt ein Geschäftskonto eröffnen?

Wir bekommen häufig die Frage, weshalb man überhaupt ein Geschäftskonto braucht. „Die paar Umsätze kann ich doch über mein privates Konto laufen lassen“. Nun, die Antwort ist einfach: Sie brauchen ein Geschäftskonto weil es für geschäftliche Umsätze vorgeschrieben ist. Einerseits durch die AGB Ihrer Bank (Privatkonto nur für private Umsätze) aber eben auch durch den Gesetzgeber. Wenn Sie also Ärger vermeiden möchten, eröffnen Sie am besten frühzeititg ein entsprechendes Business Konto. Je länger Sie damit warten, desto höher der spätere Aufwand für die Kontoumstellung.

Und zweitens: sobald Sie Ihr Kleinunternehmen betreiben, müssen Sie Ihre privaten und geschäftlichen Finanzen trennen. Diese Trennung ist wichtig, weil es einfacher ist, Ihre Belege getrennt aufzubewahren. Die Trennung Ihrer privaten und geschäftlichen Konten ist außerdem für Ihre Buchhaltung und damit auch für Ihre Steuern notwendig.

 

Was ist privat, was ist geschäftlich?

Gerade beim Kleingewerbe sind die Grenzen fließend. Sie geben nur eine Einkommensteuererklärung ab. Dennoch wird Ihr Unternehmen als eigenständige buchhalterische Einheit betrachtet, was in der Buchhaltung als „Grundsatz der wirtschaftlichen Einheit“ bekannt ist. Wenn Sie Ihr privates Konto mit Ihren geschäftlichen Ausgaben mischen, wird Ihnen das später nicht nur Kopfzerbrechen bereiten, wenn Sie die beiden Konten trennen müssen, sondern es könnte auch zu Problemen mit dem Finanzamt führen. Es ist deshalb wichtig, Geschäftskonto und Privatkonto separat zu führen. Deshalb brauchen Sie auch eine private Kreditkarte und eine geschäftliche Kreditkarte.

Die vier wichtigsten Gründe für ein Geschäftskonto:

  • Sie haben ein sicheres, aber zugängliches Zuhause für Ihr Betriebskapital.
  • Sie haben Zugang zu Debitkarten für Geschäftskunden (da das Mitführen von Geldscheinen nicht gerade praktisch und sicher ist).
  • Sie erhalten ein unschätzbares Werkzeug, um die Finanzen Ihres Unternehmens im Blick zu behalten.
  • Und, wie wir schon betont haben, ist es für die Buchführung absolut notwendig, Kreditkarte, Geschäftskredit und Konto zu trennen.
  • Sie erhalten das Geschäftskonto kostenlos – Gebühren waren früher mal ein Thema aber sind es heute definitiv nicht mehr.

 

Wie finde ich das richtige Geschäftskonto?

Hauptsache kostenlos ist sicherlich der falsche Ansatz. Die Leistungen sollten im Mittelpunkt stehen. Vergleichen Sie dann, welche Banken die benötigten Leistungen anbieten und wählen Sie anschließend ein geeignetes Institut. Kriterien für die Nutzung des Kontos können Folgende sein:

  • Anzahl der monatlichen Transaktionen. Hierzu zählen neben Lastschriften auch Abbuchungen durch Kreditkarten, Bargeld Transaktionen und online Zahlungen sowie alle Eingänge Ihrer Kunden.
  • Durchschnittlicher täglicher Kontostand. Wie hoch wird das Durchschnittsguthaben liegen?
  • Mindesteinlage. Nur noch wenige Banken verlangen eine Mindesteinlage. Dennoch sollte diese „Bedingung“ unbedingt im Vorfeld abgeklärt werden.
  • Filialen und Ansprechpartner. Einige FinTechs arbeiten komplett online! Das funktioniert gut, so lange es keine Probleme gibt. Doch früher oder später wird der Fall eintreten und Sie sind froh, über Ansprechpartner die sich zuverlässig um die Behebung kümmern.
  • Größe des Bankinstituts. Gerade im Bankenumfeld ist Größe ein wichtiges Kriterium. Großbanken unterhalten ein weltweites Netzwerk und können internationale Zahlungen schnell und günstig anbieten. Kleine Institute und FinTechs sind hier im Nachteil. Wenn Sie also international Kunden erreichen möchten, sollten Sie auf eine international etablierte Bank oder deren Töchter setzen.
  • Schnittstellen: erledigen Sie die Buchhaltung mit Papier oder Excel? Oder nutzen Sie professionelle Software für die Buchführung? Schnittstellen wie HBCI sind wichtig, damit Ihre Software mit der Bank kommunizieren kann.

Dies sind alles Aspekte, die Ihnen bei der Auswahl der besten Geschäftskundenbank helfen können. Ob ein Geschäftskonto kostenlos oder gebührenpflichtig ist, spielt am Ende eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist, dass das Konto zu Ihrem Unternehmen und den Zukunftsplänen passt.

 

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Von Sebastian