Wie die 4 Prinzipien der Mewes Strategie dem Mittelstand Erfolg bringen

Die Mewes Strategie, auch bekannt als „EKS“ (Engpasskonzentrierte Strategie), ist eine strategische Methode, die von Prof. Wolfgang Mewes entwickelt wurde. Diese Strategie unterscheidet sich erheblich von den Ansätzen der klassischen Betriebswirtschaftslehre (BWL) und legt den Fokus auf die Konzentration auf Engpässe – mit großartigem Erfolg. Die Mewes Strategie hat zahlreichen Unternehmen geholfen.

Berater weltweit schwören auf die Mewes Strategie. EKS bringt Unternehmen nach vorne und macht Produkte erfolgreich. Sehen wir uns die 4 Prinzipien der Strategie also mal genauer an. Es gibt grundlegende Unterschiede zur klassischen BWL. Vor allem die Herangehensweise und Betrachtung unterscheidet sich deutlich.

 

Die Mewes Strategie (EKS)

Die EKS basiert auf vier Hauptprinzipien:

  1. Konzentrierung auf Kernprobleme: Statt Ressourcen breit zu streuen, empfiehlt Mewes, sich auf die wichtigsten Engpässe und deren Lösung zu konzentrieren. Diese Engpässe sind häufig die Hauptprobleme, die das Wachstum und die Effizienz eines Unternehmens einschränken.
  2. Nutzenmaximierung: Unternehmen sollen sich darauf konzentrieren, den größtmöglichen Nutzen für ihre Kunden zu schaffen. Dies bedeutet, dass die Produkte oder Dienstleistungen so gestaltet werden, dass sie die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden bestmöglich erfüllen. Hierzu gehört bestmögliche Kundenzufriedenheit als top Priorität.
  3. Synergieeffekte nutzen: Die EKS legt großen Wert auf die Nutzung von Synergien. Dies bedeutet, dass verschiedene Bereiche des Unternehmens so zusammenarbeiten sollen, dass sie sich gegenseitig stärken und unterstützen.
  4. Minimalprinzip: Die Strategie verfolgt das Ziel, mit möglichst geringem Mitteleinsatz maximale Ergebnisse zu erzielen. Dies schließt die Vermeidung von Verschwendung und die effiziente Nutzung der Ressourcen ein.

 

Erfolgsstrategien EKS

 

Konkrete Fallbeispiele

  1. Mittelständische Unternehmen: Viele mittelständische Unternehmen in Deutschland und International haben durch die Anwendung der EKS ihre Marktposition erheblich verbessern können. Sie haben gelernt, ihre Ressourcen effizienter zu nutzen und sich auf die Lösung spezifischer Kundenprobleme zu konzentrieren. Beispiele hierfür sind Kärcher aber auch der ThermoMix von Vorwerk, ebenso das iPhone. Drei Produkte, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch einiges verbindet:
    1. sie lösen ein Problem besser als alle anderen Produkte am Markt.
    2. Darüber hinaus stehen die Firmen hinter den Produkten für Servicequalität und extrem hohe Kundenzufriedenheit.
    3. Das Produktversprechen ist einfach zu verstehen und transparent.
  2. Beratungsprojekte: Mewes selbst sowie Berater und Coaches weltweit, die nach seinen Prinzipien arbeiten, haben in zahlreichen Projekten nachweislich positive Veränderungen in den betreuten Unternehmen herbeigeführt. Diese Projekte reichen von der Restrukturierung von Geschäftsprozessen bis hin zur Entwicklung neuer Geschäftsfelder.
  3. Auszeichnungen und Anerkennung: Mewes und seine Strategien wurden mehrfach ausgezeichnet und in verschiedenen Fachkreisen anerkannt. Dies zeigt die Wertschätzung und das Vertrauen, das die EKS in der Wirtschaftsgemeinschaft genießt. Hierzu gleich mehr.

 

Unterschiede zur klassischen BWL

Fokus auf Engpässe vs. allgemeine Optimierung:

  • Klassische BWL: hier wird oft ein breiter Ansatz zur Optimierung aller Geschäftsbereiche verfolgt. Beispiel „global 10% Personal abbauen“. „Der Einkauf muss 8% billiger werden“.
  • EKS: Nach der Mewes Strategie werden Engpässe beseitigt. Wenn die Auftragsabwicklung im Unternehmen unterbesetzt und somit zum Nadelöhr geworden ist, würde nach EKS dieses Nadelöhr beseitigt werden. Ist der Einkauf zu teuer, wird exakt betrachtet, welche Komponente den Preis besonders stark verteuert und dieses Fokusfeld dann optimiert.

Nutzenmaximierung für den Kunden:

  • Klassische BWL: hier wird oft die maximierung des Shareholder-Value betont. Die klassische BWL hat zum Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, Kennzahlen zu optimieren.
  • EKS: bei EKS steht der größte Nutzen für den Kunden im Vordergrund. Der Ansatz dahinter: wenn der Kunde zufrieden ist, dann verkauft sich das Produkt von alleine. Zufriedene Kunden sorgen für grandiose Umsätze. Die Kennzahlen verbessern sich dann zwangsläufig.

 

Synergie und Kooperation:

  • Klassische BWL: das eigene Unternehmen steht im Mittelpunkt. Abläuft, Kennzahlen, Ziele. Analysiert wird, was messbar ist.
  • EKS: die Mewes Strategie setzt auf Synergien und Kooperationen innerhalb des Unternehmens, mit externen Partnern und anderen Marktteilnehmern. So kann beispielsweise ein Hochzeitsfotograf mit einem Anbieter von Brautkleidern kooperieren und gegenseitig Emfpehlungen aussprechen. Beide ergänzen sich, ohne Konkurrenzen zu sein.

Minimalprinzip:

  • Klassische BWL: Kosten stehen Einnahmen gegenüber. Kosten reduzieren, Einnahmen steigern ist ein häufig gewählter Ansatz der klassischen Betriebswirtschaft.
  • EKS: die Mewes Strategie bewertet den Nutzen. Wie kann mit geringstem Einsatz der größte Nutzen erzeugt werden? Apple legt beispielsweise jedem Produkt einen Apple Aufkleber bei. Rein Betriebswirtschaftlich könnte man den Aufkleber streichen weil er Kosten verursacht. Nach EKS ist jedoch genau dieser Aufkleber interessant, weil er A) günstiger Werbeträger ist, B) den Kunden positiv überrascht und C) die geringen Herstellungskosten einen vergleichseise sehr hohen Nutzen bringen.

 

apple sticker EKS

 

Prof. Wolfgang Mewes

Wolfgang Mewes, geboren 1924 in Deutschland, war ein bedeutender Wirtschaftswissenschaftler und Unternehmensberater. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann er seine berufliche Laufbahn als Kaufmann, wobei er früh ein starkes Interesse an wirtschaftlichen und organisatorischen Fragestellungen entwickelte.

In den 1950er Jahren vertiefte er seine Kenntnisse durch autodidaktische Studien und begann, seine theoretischen Überlegungen zur strategischen Unternehmensführung zu formulieren. Diese Überlegungen führten schließlich zur Entwicklung der Engpasskonzentrierten Strategie (EKS), die er in den 1960er Jahren erstmals umfassend darlegte.

Buch Mewes Strategie 1x1 Mewes gründete das „Institut für Unternehmensführung“, durch das er seine Mewes Strategie EKS weiterentwickelte und verbreitete. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Artikel, in denen er seine Strategien ausführlich erläuterte und praxisnah darstellte. Seine Werke fanden große Beachtung und wurden in der Wirtschaft und in der akademischen Welt breit rezipiert.

In den folgenden Jahrzehnten arbeitete Mewes intensiv als Berater und Trainer, wobei er vielen Unternehmen und Managern half, seine EKS erfolgreich zu implementieren. Diese praktische Anwendung seiner Theorien trug maßgeblich zur Bekanntheit und Anerkennung seiner Arbeit bei.

Für seine Verdienste und seine innovativen Ansätze wurde Mewes mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und dem Internationalen Deutschen Trainings-Preis in Gold. Außerdem wurde ihm von der Universität Leipzig eine Ehrenprofessur verliehen.

Wolfgang Mewes verstarb im Jahr 2016, hinterließ jedoch ein bedeutendes Erbe in der Welt der strategischen Unternehmensführung. Seine Engpasskonzentrierte Strategie bleibt ein wichtiger Ansatz in der Betriebswirtschaftslehre und wird weiterhin in vielen Unternehmen erfolgreich angewendet.

 

Charakter und Person

  • Innovativ und praxisorientiert: Mewes war bekannt für seine innovative Denkweise und seine praxisnahen Ansätze. Er entwickelte die EKS aus realen Geschäftssituationen heraus und stellte die praktische Anwendung stets in den Vordergrund.
  • Kundenorientiert: Er legte großen Wert darauf, dass Unternehmen den größtmöglichen Nutzen für ihre Kunden schaffen, und sah dies als Schlüssel zum langfristigen Erfolg.
  • Engagiert und visionär: Mewes war ein leidenschaftlicher Verfechter seiner Theorie und arbeitete kontinuierlich daran, sie weiterzuentwickeln und zu verbreiten.

 

 

Auszeichnungen

Prof. Wolfgang Mewes hat im Laufe seiner Karriere mehrere Auszeichnungen erhalten, die seine bedeutenden Beiträge zur Betriebswirtschaftslehre und insbesondere zur strategischen Unternehmensführung anerkennen. Hier sind einige der wichtigsten Auszeichnungen, die ihm verliehen wurden:

  1. Bundesverdienstkreuz am Bande¹: Wolfgang Mewes wurde mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Diese hohe Ehrung würdigt seine herausragenden Verdienste um die Wirtschaftswissenschaft und die Praxis der Unternehmensführung.
  2. Internationaler Deutschen Trainings-Preis in Gold²: Diese Auszeichnung wird vom Berufsverband für Trainer, Berater und Coaches (BDVT) verliehen. Mewes erhielt diesen Preis in Anerkennung seiner erfolgreichen Arbeit und seiner innovativen Ansätze im Bereich des Managementtrainings.
  3. Ehrenprofessur der Universität Leipzig³: Die Universität Leipzig verlieh Wolfgang Mewes eine Ehrenprofessur in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen und seines Einflusses auf die strategische Unternehmensführung.

 

Was können Unternehmer von Mewes lernen?

Fokus auf Kernprobleme: Unternehmer sollten sich darauf konzentrieren, die größten Engpässe in ihrem Unternehmen zu identifizieren und zu beseitigen, um nachhaltiges Wachstum zu erreichen. Hierzu gehört vor allem, den Nutzen für den Kunden maximieren. Das bedeutet, den Kunden in den Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit zu stellen und stets danach zu streben, den größten Nutzen für ihn zu schaffen. Mewes Prinzipien basieren auf Ressourceneffizienz. Mit minimalem Ressourceneinsatz maximale Ergebnisse zu erzielen, durch Konzentration auf das Wesentliche und Vermeidung von Verschwendung. Und damit einhergehend Synergien nutzen: Die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens und mit externen Partnern zu fördern, um Synergien zu nutzen und die Effektivität zu steigern.

Durch die Anwendung der Mewes Strategie können Unternehmer lernen, wie sie ihre Geschäftsprozesse effizienter gestalten, ihre Kunden besser bedienen und langfristig erfolgreich sein können.

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Von Chris