Fixkosten – Wie man Fixkosten kalkuliert

Fixkosten sind Kosten, die in einem Projekt oder Unternehmen nicht verändert werden können. Als Unternehmer müssen Sie Ihre Fixkosten kennen, um realistische Preise kalkulieren zu können. Weil die Fixkosten sich jedoch nicht linear zur Kundenzahl oder Anzahl verkaufter Produkte verhalten, ist deren Kalkulation etwas schwierig. Wir verraten deshalb ein paar Tricks, wie es dennoch gelingt.

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Hinweis vorab: Fixkosten werden oft auch als „indirekte Kosten“ oder „Gemeinkosten“ bezeichnet. Wenn wir hier im Artikel also von Gemeinkosten sprechen, dann ist es exakt das selbe. Im Volksmund bezeichnen manche Menschen diese Kosten auch als „eh da“ Kosten, weil Fixkosten immer entstehen – selbst wenn das Unternehmen still seht. Doch ganz so los gelöst sind diese Ausgaben dann auch wieder nicht. Auf die Details kommt es an und diese schauen wir uns jetzt näher an:

 

Ermittlung der Fixkosten

1. Eine Liste all Ihrer Ausgaben über einen bestimmten Zeitraum erstellen.

Die Kosten für den Betrieb eines Unternehmens werden in der Regel auf vierteljährlicher (Quartalsweise) oder auf jährlicher Basis gemessen. Bewahren Sie alle Rechnungen auf und tragen Sie mindestens einmal pro Woche alle Ausgaben in ein Hauptbuch oder ein Rechnungsbuch ein. Sie sollten alles aufzeichnen, was mit Ausgaben zu tun hat, einschließlich der folgenden Punkte. Mit Excel werden Sie schnell an die Grenzen stoßen. Viel schneller und einfach kann das Software erledigen. Dort dann einfach das jeweilige Quartal auswählen.

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2. Die Fixkosten von den Grenzkosten oder variablen Kosten zu trennen.

Fixkosten sind Kosten, die sich unabhängig vom Produktionsniveau nicht ändern. Wenn Sie beispielsweise ein Unternehmen besitzen, das Postkarten herstellt, sind Ihre Fixkosten die gleichen, egal ob Sie 100 Postkarten oder 100.000 Postkarten produzieren. Die variablen Kosten hingegen richten sich nach Ihren täglichen Ausgaben. Dies könnte zum Beispiel die Aufschlüsselung der Kosten in einer Postkartenfabrik sein:

  • Fixkosten Postkarten Fixe Kosten: Miete oder Hypothek für die Fabrik, Versicherung, Steuern, Wartung der Ausrüstung und Zahlungen.
  • Variable Kosten: Papier, Tinte und Porto für den Versand an Kunden.

3. Achten Sie auf versteckte Fixkosten

Schauen Sie im Unternehmen nach Kosten, die Sie regelmäßig monatlich oder jährlich bezahlen. Fixkosten sind für den Betrieb eines Unternehmens von grundlegender Bedeutung und können mit dem Umfang Ihres Unternehmens steigen oder sinken. Die Fixkosten ändern sich jedoch nicht mit der Anzahl der verkauften Produkte (oder Dienstleistungen). Es gibt sowohl feste als auch variable Kosten. Hier sind einige Beispiele:

  • Arbeitskräfte: Je nach Anzahl der hergestellten Postkarten müssen Sie möglicherweise mehr Mitarbeiter einstellen. Die Anzahl der Hilfskräfte, wie zum Beispiel Gruppenleiter, Gehaltsabrechnung, Buchhaltung, usw., wird sich nicht ändern. Arbeitskräfte sind deshalb ganz klassische Gemeinkosten.
  • Steuerberater: Ihr Steuerberater prüft den Jahresabschluss und veröffentlicht diesen und steht als Bindeglied zum Finanzamt zur Verfügung. Dies tut er, unabhängig von der Anzahl der versendeten Postkarten. Steuerberater (und andere Berater) sind deshalb ebenfalls klassische Gemeinkosten.
  • Wartung und Pflege: Es kann sein, dass Sie 6 Monate lang nichts reparieren müssen und dann plötzlich das ganze System repariert werden muss. Auch wenn Ihnen dies wie variable Kosten erscheinen mag, sind Reparatur- und Wartungskosten in jedem Unternehmen unvermeidlich. Überprüfen Sie Ihre alten Finanzunterlagen oder den Durchschnitt Ihrer Reparaturkosten über 12 Monate, und Sie werden feststellen, dass die allgemeine Instandhaltung zu den Fixkosten gehört. Auch Softwarelizenzen gehörten oft in diese Gattung.

4. Fixkosten durch die Anzahl der produzierten Einheiten teilen

Diese einfache, aber wichtige Kennzahl ermöglicht es Ihnen, Preise festzulegen und Wege zur Verbesserung Ihres Unternehmens zu finden. Ihr kleines Postkartengeschäft könnte zum Beispiel feste Kosten von 1000 € im Laufe eines Monats haben. Das heißt, wenn Sie in einem Monat 2000 Postkarten produzieren, hat jede Karte, die Sie produzieren, feste Kosten von 0,50 €. Je mehr Postkarten Sie produzieren, desto geringer sind diese Kosten und desto mehr Gewinn erzielen Sie. Dies wird als „Fixkosten pro Einheit“ bezeichnet.

 

5. Höhere Produktion senkt die Fixkosten pro Einheit

Fixkosten sind unvermeidlich. Die einzige Möglichkeit, sie loszuwerden, ist, das Geschäft aufzugeben. Auch wenn Sie sie wahrscheinlich nicht direkt reduzieren können, können Sie ihre Auswirkungen verringern, indem Sie mehr produzieren und verkaufen. Aus diesem Grund gilt die Massenproduktion als billiger als die Herstellung individueller Einzelprodukte. Bleiben wir also beim Beispiel mit den Postkarten:

  • Stellen Sie sich vor, Ihre gesamten Fixkosten betragen 50 000 € im Jahr und die Kosten für die Herstellung jeder Postkarte belaufen sich auf 0,50 € für Papier, Tinte und Arbeit.
  • Wenn Sie 50.000 Postkarten herstellen, belaufen sich die Fixkosten für jede Postkarte auf 1 €. Wenn Sie die variablen Kosten (Tinte, Papier usw.) hinzurechnen, kostet Sie die Herstellung jeder Postkarte insgesamt 1,50 €.
  • Wenn Sie die Karten für 2,50 € pro Stück verkaufen, würden Sie einen Gewinn von 1 € pro Karte erzielen.

    Wenn Sie jedoch 100.000 Postkarten herstellen und verkaufen, sinken die Fixkosten für jede Postkarte plötzlich auf 0,50 €, so dass die Gesamtkosten in der Herstellung bei 1 € liegen.

  • Jetzt bringt Ihnen jede verkaufte Postkarte einen Gewinn von 1,50 Euro – Ihr Gewinn ist gegenüber vorher um 50% gestiegen, ohne dass Sie den Preis erhöhen oder die Qualität verringern mussten.

 

Beachten Sie aber, dass dies in Wirklichkeit nicht ganz so einfach ist. Einerseits wird es mehr Aufwand bedeuten, die doppelte Menge zu verkaufen und natürlich können hierdurch auch zusätzliche Kosten, z.B. für ein größeres Lager anfallen. Das Beispiel zeigt aber dennoch sehr deutlich die Möglichkeiten der Fixkosten. Durch geschickte Kalkulation lässt sich der Gewinn sehr gut skalieren.

 

Fixkosten in die Zukunft projizieren

1. Fixkostenschätzungen anpassen – und lernen

Ein wirklich einfaches Instrument, mit dem Sie die Verteilung der Kosten ermitteln und Möglichkeiten zum Sparen finden können, ist die folgende Kalkulation. Um jedoch Ihre tatsächlichen Fixkosten im Laufe der Zeit zu berechnen, müssen Sie die folgende Gleichung verwenden:

Fixkosten = Kosten + Abschreibung + Investitionszinsen + Versicherung und Steuern.

Auf diese Weise können Sie ermitteln, wie hoch Ihre künftigen Fixkosten (z. B. für eine Hypothek oder ein Gerät) sein werden. Das mag kompliziert klingen, gibt Ihnen aber die wertvolle Information über den Wert Ihres Unternehmens. Wichtig also, falls Sie Ihr Unternehmen mal verkaufen möchten.

 


In diesem Abschnitt gehen Sie davon aus, dass Sie 10 Jahre in die Zukunft projizieren. 10 Jahre haben wir für dieses Beispiel gewählt, jeder andere Zeitraum wäre ebenfalls möglich. 

2. Ersetzen Sie die Variable „Kosten“ durch die Gesamtkosten des Artikels.

Hier sollten Sie die regulären Fixkosten eingeben. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, Sie hätten Druckkosten in Höhe von 10.000 Euro für die Postkarten. Dies entspricht den Kosten. Aber stellen Sie sich vor, Sie hätten es mit einem Kredit bezahlt und müssten nur 2000 Euro pro Jahr zahlen. Sie würden die Kostenvariable immer noch durch 10.000 € ersetzen.

  • Denken Sie daran, die Kosten für die Wartung und Pflege der Druckmaschine mit einzurechnen. Stellen Sie sich der Einfachheit halber vor, dass diese Kosten nur 100 Euro pro Jahr betragen, was bedeutet, dass Sie nach 10 Jahren 1000 Euro für Reparaturen zahlen müssen (10 x 100 Euro).
  • Gesamte Fixkosten der Druckmaschine über 10 Jahre = 11.000 € + Abschreibung + Zinsen auf die Investition + Versicherung und Steuern.

3. Schätzen Sie den Wert des Anlagevermögens

Fixkosten Beispiel

Der Drucker, mit dem die Postkarten produziert werden, ist Teil des Anlagevermögens. In 10 Jahren werden Sie den Drucker vielleicht durch einen neuen ersetzen müssen. Selbst wenn dies nicht der Fall ist, sollten Sie den Geldbetrag, den Sie bei einem Verkauf erhalten würden, als Kosten ansetzen. Das mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen, aber stellen Sie sich vor, Sie geben das Geld aus, um die Druckerpresse am Laufen zu halten“. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, dass die meisten Druckmaschinen nach 10 Jahren nur noch 500 Euro wert sind. Wenn Sie bis dahin mit dem Verkauf warten, verlieren Sie die 9500 Euro, die Sie mit dem Verkauf verdient hätten. Deshalb:

Gesamte Fixkosten der Druckmaschine über 10 Jahre = 11 000 € + 9500 € + Zinsen für die Investition + Versicherung und Steuern.

4. Tatsächlich Preis der Maschine berechnen

Möglicherweise haben Sie einen Kredit aufgenommen, um die Druckmaschine zu bezahlen, was bedeutet, dass Sie bei jeder Zahlung auch Zinsen zahlen müssen. Stellen Sie sich zur Vereinfachung vor, dass der Zinssatz 1 % pro Jahr beträgt. Nach 10 Jahren haben Sie zusätzliche 1000 Euro an Zinsen angesammelt, die Sie deshalb zu den Kosten hinzufügen müssen.

Gesamtfixkosten der Druckmaschine über 10 Jahre = 11.000 $ + 9500 $ + 1000 $ + Versicherung und Steuern.

5. Sonstige Kosten addieren

Es kann sein, dass Sie für Ihre neue Investition 500 Euro pro Jahr Steuern fällig werden, plus 10 Euro pro Monat für die Versicherung der Maschinen (d.h. 120 Euro pro Jahr). Sie können auch andere Kosten einkalkulieren, z. B. eine jährliche TÜV Inspektion für die Maschine, die 100 Euro kostet. Damit summieren sich die endgültigen Kosten, die Sie für die Druckmaschine zu zahlen haben, auf 10 Jahre:

Gesamte Fixkosten der Druckmaschine über 10 Jahre = € 11 000 + € 9500 + € 1000 + € 720

6. Fixkosten berechnen

Im letzten Schritt addieren wir alle Kosten, die im Laufe der 10 Jahre anfallen werden. Dies ist eine ausgezeichnete Methode, um die langfristigen Auswirkungen von Investitionen zu betrachten. Sie können Ihre langfristige Strategie auf der Grundlage dieser Kosten planen und den Preis des Produkts entsprechend ändern, anstatt nur die täglichen Kosten zu betrachten.

Gesamte Fixkosten der Druckmaschine über 10 Jahre = 11.000 € + 9.00€ + 1.000€ + 720€ = 22.220 €

Wir sehen also, dass die Fixkosten der Druckmaschine deutlich höher ausfallen, als zunächst angenommen. Gleiches gilt übrigens für Löhne und Gehälter, die mit der Zeit steigen und zusätzliche Lohnnebenkosten verursachen. Fixkosten berechnen, bedeutet also, an die vielen kleinen Details zu denken. Auch Kosten, die vielleicht erst in vielen Jahren eintreten, müssen heute schon in der Kalkulation berücksichtigt werden.

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Von Sebastian