Warnung vor Kaspersky Virenscanner

Die Russland Krise zieht immer weitere Kreise. Das BSI hat kürzlich eine Warnung vor Kaspersky Virenscanner veröffentlicht. Die Gefahr russischer Cyberattacken wird nicht nur real. Sie wächst zu einer ernsthaften Bedrohung für Millionen Bürger und Firmen. Das BSI stellt fest, dass Hacker gezielt die Programme der russischen Firma Kaspersky angreifen könnten.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt in seiner Meldung vom Dienstag, „Anwendungen aus dem Portfolio von Virenschutzsoftware des Unternehmens Kaspersky durch alternative Produkte zu ersetzen“.

Unter russischer Kontrolle

Präsident Putin gerät zunehmend unter Druck. Als Reaktion auf die massiven Sanktionen gegenüber Russland könnte die russische Regierung Kaspersky zwingen, die Programme der Firma für russische Hackerangriffe auf Konzerne und andere internationale Nutzer zu öffnen. Firmen und Bürger, die sich in Sicherheit wähnen, wären den Angriffen schutzlos ausgesetzt.

Das BSI befürchtet hierbei, dass das Putin-Regime durch gezielte Cyberatacken auf sensible Strukturen in der Bundesrepublik Vergeltung für die Lieferung deutscher Waffen an die Ukraine üben könnte. Firmen, welche Kaspersky Virenscanner einsetzen, wären den Angriffen womöglich schutzlos ausgeliefert.

Die Warnung vor Kaspersky Virenscanner und weiteren Produkten der Firma, richtet sich vor allem an Unternehmen der Kritischen Infrastrukturen. Hierunter fallen Energie-Unternehmen, Krankenhäuser, Lebensmittelversorgung und Trinkwasser. Diese Firmen sollten jetzt prüfen, ob sie den Kaspersky Virenscanner durch andere Programme ersetzen können. Doch auch andere Firmen und Privatpersonen können massiv geschädigt werden, etwa wenn der Virenschutz unbemerkt deaktiviert wird.

Unter russischer Kontrolle

Russische Konzerne sind in der Regel eng mit der Regierung verbunden. Nach Ansicht des BSI ist deshalb „das Vorgehen militärischer und/oder nachrichtendienstlicher Kräfte in Russland sowie die im Zuge des aktuellen kriegerischen Konflikts von russischer Seite ausgesprochenen Drohungen gegen die EU, die Nato und die Bundesrepublik Deutschland sind mit einem erheblichen Risiko eines erfolgreichen IT-Angriffs verbunden“.

Konkret bedeutet dies, dass ein russischer IT-Hersteller „selbst offensive Operationen durchführen kann, gegen seinen Willen gezwungen werden könnte, Zielsysteme anzugreifen, oder selbst als Opfer einer Cyber-Operation ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht zu werden“, sagte das BSI.

1997 wurde Kaspersky von Jewgeni Kaspersky und seiner damaligen Ehefrau Natalja Kasperskaja in Moskau gegründet. Die Kontakte zum Putin Regime und insbesondere zum russische Inlandsgeheimdienst FSB werden allerdings schon lange kritisch betrachtet.

Die Warnung vor Kaspersky Virenscanner ist daher durchaus ernst zu nehmen.

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Von Chris