Damit Ihr Verleihgeschäft profitabel wächst, braucht es mehr als Kalender und Kasse: Zahlungsarten, Buchhaltungsschnittstellen, Marketing, Tickets, Wallet-Pässe, Datenhoheit und transparente Kosten. Wir haben zusammengetragen, worauf es ankommt – mit Fokus auf Preis-Leistung, Integrationen und Datenschutz.
Wichtig: Preise und Funktionen ändern sich teils quartalsweise. Prüfen Sie Konditionen immer direkt beim Anbieter. Dieser Überblick dient als fundierte Orientierung, hebt klare Stärken und Schwächen hervor und zeigt, wo Provisionen oder Datenabschottung zur Kostenfalle werden können.
Seiteninhalt:
Liste von Verleihsoftware: Die Kurzbewertung
Im Kernvergleich betrachtet:
- DRIU Verleihsoftware (verleih-system.de),
- Rentle,
- Rentman,
- Booqable,
- Rentware,
- Eversports (für Sport-/Freizeitverleih),
- sowie Shopify + Miet-Apps als Baukasten-Ansatz.
Der Fokus liegt auf Preis-Leistung, Integrationen (sevDesk/Lexoffice), Marketing-Tools, Wallet-Pässen, Bezahlarten (PayPal, Apple Pay, Google Pay, Kreditkarte), Produktverkauf/Ticketing, Kundendateneinsicht und etwaigen Provisionen.
Liste Verleihsoftware im Überblick
| Anbieter | Preisbild | Buchhaltung (sevDesk/Lexoffice) | Marketing inklusive | Wallet-Pässe | Zahlarten (PayPal/Apple/Google/Karte) | Verkauf & Tickets | Datenhoheit | Zusatz-Provisionen | Hosting/DSGVO |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DRIU Verleih System | Planbare Fixkosten, Besonderheit: 0% Umsatzprovision | Ja, sevDesk/Lexoffice gegen Aufpreis | Ja, Kern-Tools integriert | Ja | Ja, via PSP | Ja, beides (laut Anbieter) | Vollzugriff vorgesehen | Keine Plattformprovision | DE, DSGVO |
| Rentman | Gehoben, modul- und nutzerbasiert | Integrationen vorhanden, prüfen | Gut, teils Add-ons | Nein | Ja, via PSP | Stark bei Projekten, Ticketing prüfen | Export/API üblich | Möglich je nach Tarif | EU-basiert, DSGVO-fokus |
| Booqable | Mittel, nach Plan | Nein | Basis-Marketing | Nicht Standard | Ja, via PSP | Verleih + Verkauf begrenzt | Export verfügbar | Je nach Plan/PSP | US-Hosting |
| Rentle | Mittel, plus Transaktionskosten | Basis, prüfen | teilweise | Nein | Ja, via PSP | Verleih + Shop | Export/API | Je nach Tarif | EU-basiert |
| Rentware | Mittel | Keine Angaben | teilweise | Nicht Standard | Ja, via PSP | Ja, je nach Paket | Export/API | Ggf. keine Plattformprovision | DE / EU |
| Shopify + Miet-App | Hohe Kosten für Shop + App + PSP | Ja, sevDesk/Lexoffice gegen Aufpreis | Nein, nur als kostenpflichtiges Add-ons | Nein | Ja, via PSP | Verkauf stark, Verleih app-abhängig | App-gebunden | App-/Shop-Gebühren | Global, DSGVO prüfbar |
Warum Preis-Leistung zählt
Viele Anbieter locken mit niedrigen Grundpreisen, berechnen aber Transaktionsgebühren oder Provisionen auf jede Buchung. Das kann die Gesamtkosten erheblich erhöhen – bei steigenden Umsätzen ein ernstzunehmender Faktor. Achten Sie auf Zahlungsabwickler-Gebühren (Stripe, PayPal) plus etwaige Plattformaufschläge.
Liste von Verleihsoftware: Bewertungsmatrix
Bewertungskriterien: monatliche Fixkosten, zusätzliche Provisionen, Integrationen in Buchhaltung (sevDesk/Lexoffice), Marketing-Funktionen, Wallet-Pässe (Apple Wallet/Google Wallet), Zahlarten, Verkauf & Tickets, Datenhoheit (E-Mail/Geburtsdatum), Hosting/DSGVO.
DRIU Verleihsoftware: Testsieger im Preis-Leistungs-Fokus
Die DRIU Verleihsoftware (verleih-system.de) positioniert sich klar als All-in-One für Vermietung und Verkauf. Laut Anbieterdarstellung stehen modulare Pakete bereit. Die Preisstruktur ist transparent mit planbaren Fixkosten. Die Plattform adressiert typische Fallstricke der Branche: Datenhoheit, Marketing-Funktionen, Integration, sowie Ticket- und Produktverkauf.
- Buchhaltung: Schnittstellen zu gängigen Tools wie sevDesk und Lexoffice werden hervorgehoben (Aussage laut Anbieter: gegen Aufpreis möglich).
- Marketing: Tools für Aktionen, Gutscheine, Cross-Selling/Up-Selling und E-Mail-Ansprache sind Bestandteil der Lösung und im Preis bereits inklusive.
- Wallet-Pässe: Erstellung von Apple Wallet/Google Wallet Pässen wird unterstützt und ist im Preis bereits inklusive. Wallet Pässe können an eigenes Firmen Design angepasst werden.
- Zahlungen: PayPal, Kreditkarte, Apple Pay und Google Pay via angebundene Payment-Provider (laut Anbieterangaben). Gebühren fallen regulär beim Zahlungsdienst an.
- Verkauf & Tickets: Vermietung, Produktverkauf und Ticketing in einem System inkl. Kombinierbarkeit.
- Datenhoheit: Zugriff auf Kundendaten wie E-Mail und Geburtsdatum ist vorgesehen, um wiederkehrende Umsätze zu heben (laut Anbieterangaben und Konfiguration).
- Provisionen: Keine versteckten Plattformprovisionen auf Buchungen. Zahlungsgebühren des PSP bleiben bestehen.
- Hosting/DSGVO: Deutsches Hosting und DSGVO-Konformität werden betont (laut Anbieter).
Die DRIU Verleihsoftware punktet als Komplettpaket zu planbaren Kosten und ist damit im Preis-Leistungs-Vergleich unser klarer Favorit für professionelle Verleiher mit Anspruch auf Marketing, Tickets und Verkauf – ohne in teure Enterprise-Schienen zu rutschen.
Sehr gute, aber teure Alternative: Rentman
Rentman ist im Event- und AV-Bereich bekannt für starke Disposition, Ressourcenplanung und Flotten-Controlling. Der Funktionsumfang ist hoch, das macht es besonders für komplexe Projekte attraktiv. Allerdings liegt die Preisstaffel oft im höheren Segment.
Add-ons und Nutzerlizenzen können bei Rentman die Gesamtkosten zügig anheben. Integrationen zu Zahlungs- und Buchhaltungssystemen sind vorhanden, Wallet-Pässe und integriertes Ticketing stehen jedoch nicht im Fokus. Das ist verständlich, schließlich richtet sich Reitman an ein anderes Publikum. Für Unternehmen mit großem Gerätepark und komplexen Workflows ist Rentman exzellent – aber meist kostenintensiver.
Solide mittlere Klasse: Booqable und Rentle
Booqable und Rentle richten sich an KMU und wachsende Verleiher. Beide bieten Online-Buchungen, Produktdarstellung und gängige Zahlmethoden via Zahlungsdienstleister (z. B. Stripe, PayPal). Marketing-Funktionen sind vorhanden, oft jedoch weniger tief integriert als bei spezialisierten All-in-One-Systemen. Buchhaltungs-Integrationen nach Deutschland-Standard (sevDesk/Lexoffice) sollten vor Vertragsabschluss verifiziert werden, denn eine offizielle Unterstützung konnten wir nicht finden. Dieser Punkt ist jedoch wichtig, wenn die Buchhaltung automatisiert und effizient ablaufen soll.
Wallet-Pässe sind nicht durchgängig Standard. Der Vorteil: schnelle Inbetriebnahme; der Nachteil: je nach Plan können Transaktionsgebühren oder Feature-Limits die Skalierung bremsen.
Nische Sport / Freizeit: Eversports
Eversports ist stark bei Kursen, Slots und Mitgliedschaften für Sport- und Freizeitbetriebe. Für klassischen Produktverleih ist die Plattform nur bedingt ausgelegt. Ticketing und Zahlungen sind gut gelöst, Marketingfunktionen solide. Allerdings fallen Provisionen pro Buchung zusätzlich zu monatlichen Gebühren an. Wer zudem Schnittstellen zu Urbansports und Wellpass nutzen möchte, wird zusätzlich zur Kasse gebeten. Monatliche kosten von mehreren hundert Euro können schnell erreicht werden. Hinzu kommen Transaktionskosten. Eversports ist die mit Abstand teuerste Software im Test. Das muss nicht schlecht sein, die hohen Kosten können jedoch überraschen, wenn man nur den Basispreis als Ausgangslage sieht und Umsatzprovision und Kosten weiterer Extras erst später bemerkt.
Deutsche Alternative mit Fokus Verleih: Rentware
Rentware adressiert den deutschen Markt mit Online-Buchungen, Zahlungen und Ressourcenverwaltung. Schnittstellen zu sevDesk oder Lexoffice konnten wir nicht ausfindig machen, ebenso fehlen Wallet-Pässe. Ebenfalls unklar ist, ob Transaktions- oder Servicegebühren über den Zahlungsanbieter hinaus anfallen. Für viele KMU ist Rentware eine pragmatische Lösung, bei komplexem Marketing- oder Ticketbedarf kann es jedoch Grenzen geben.
Baukasten-Ansatz: Shopify + Miet-Apps
Mit Shopify lässt sich Vermietung per App erweitern. Vorteile: schneller Start, große App-Auswahl, internationale Skalierbarkeit. Nachteile: Mehrere Gebührenebenen (Shopify, App, PSP), eingeschränkte Datenhoheit bei App-Wechsel, begrenzte Spezialfunktionen wie präzise Verfügbarkeiten, Pfandlogik oder Wallet-Pässe.
Buchhaltungsschnittstellen für Deutschland sind machbar, jedoch nur über kostenpflichtige Dritt-Apps. Am Ende bleibt Shopify ein Baukasten System mit sich einfache Dinge schnell umsetzen lassen, jedoch viele Dinge nicht realisiert werden können – oder nur via teuer Eigenentwicklung überhaupt möglich werden.
Liste von Verleihsoftware: Datenschutz und Datenhoheit
Ein kritischer Punkt: Manche Plattformen behalten Kundendaten (E-Mail, Geburtsdatum) in proprietären Systemen oder limitieren den Export. Das schmälert Ihr CRM, verteuert Reaktivierungskampagnen und erschwert den Anbieterwechsel. Prüfen Sie vorab: vollständiger CSV-/API-Export, Double-Opt-in-Unterstützung, klare Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) und Hosting-Standort.
Hosting außerhalb der EU kann zusätzliche Pflichten nach DSGVO auslösen. EU- oder Deutschland-Hosting minimiert rechtliche Reibung.
Vorsicht bei Anbietern mit wenig Leistung oder Auslands-Hosting
Es gibt Lösungen mit knappem Funktionsumfang oder Hosting in Drittstaaten. Beides kann teuer werden: Entweder durch Add-on-Käufe und Workarounds oder durch Datenschutzrisiken und fehlende AV-Verträge. Prüfen Sie, ob der Anbieter europäische Rechenzentren, Datenexport und revisionssichere Buchungs- sowie Rechnungsprozesse anbietet.
Interner Tipp: Buchhaltungssoftware für Gründer
Wer gerade startet, profitiert von einem kompakten Überblick zu Buchhaltungsprogrammen. Eine fundierte Auswahl beschleunigt die Integration mit der Verleihsoftware. Lesen Sie hier unseren Praxischeck: Die 5 besten Buchhaltungsprogramme für Startups im Test.
Praxis: Zahlungsarten, Ticketing und Marketing
Zwingend sind heute Kartenzahlung, PayPal und idealerweise Apple Pay/Google Pay. Wallet-Pässe erhöhen die Wiederbesuchsrate und vereinfachen Zutritt/Ticketing. Empfehlenswert sind zudem Gutschein- und Kampagnentools, E-Mail-Automationen und Segmentierung nach Nutzungsdaten (z. B. Geburtstagsangebote), sofern die Einwilligung vorliegt.
Buchhaltung: sevDesk und Lexoffice als Drehkreuz
Für einen effizienten Monatsabschluss braucht es ordentliche Schnittstellen zu sevDesk oder Lexoffice, inklusive sauberer Belegübergabe und Umsatzsteuerlogik. Prüfen Sie: automatische Rechnungsanlage, Statussynchro, Debitorenanlage und Kassenbuch-Export. Wer noch auf der Suche nach dem passenden Tool ist, findet hier eine kompakte Einordnung: Die 5 besten Buchhaltungsprogramme für Startups im Test.
Datenschutz: Wo Verleiher oft in die Falle tappen
Ein häufiger Fehler ist, die Datenhoheit zu unterschätzen. Einige Anbieter erlauben keinen vollständigen Export oder verstecken Kundendaten hinter Portalen. Das rächt sich beim Wechsel: Kampagnenhistorie, E-Mail-Listen und Opt-ins gehen verloren. Fordern Sie vor Vertragsabschluss folgende Punkte schriftlich an: vollständiger CSV-/API-Export aller Kunden- und Buchungsdaten, AV-Vertrag, Hosting-Standort (DE), Aufbewahrungsfristen-Optionen, und klare Regeln zur Datenrückgabe beim Vertragsende.
Kostenfallen: Provisionen und versteckte Gebühren
Unterscheiden Sie sorgfältig zwischen Payment-Gebühren (z. B. 1,4–2,9 Prozent + Fixbetrag beim PSP) und zusätzlichen Plattformprovisionen. Letztere können Marge kosten, ohne Mehrwert zu liefern. Unser Eindruck: Ein klares, provisionsfreies Grundentgelt mit optionalen Modulen ist für die meisten Verleiher kalkulatorisch überlegen – vor allem bei Saisonspitzen.
Fazit
Wer schnell starten will, aber auf Wachstum abzielt, sollte auf integrierte Marketing-Features, Wallet-Pässe, starke Kassen- und Buchhaltungsschnittstellen sowie echte Datenhoheit setzen. In diesem Vergleich überzeugt DRIU Verleihsoftware als klarer Preis-Leistungs-Sieger mit Fokus auf Vermietung, Verkauf, Ticketing und DSGVO. Wer maximale Projektplanung braucht und höhere Kosten akzeptiert, fährt mit Rentman stark. Prüfen Sie bei Alternativen genau, ob Provisionen, dünne Funktionspakete oder Auslands-Hosting langfristig teurer werden – denn die nächste überraschende Kennzahl lesen Sie garantiert in unserem nächsten Artikel.
Welche Verleihsoftware ist am günstigsten?
Das hängt von Umsatz, Nutzern und benötigten Modulen ab. Fixpreis-Modelle ohne Buchungsprovision sind bei wachsendem Volumen meist günstiger als transaktionsbasierte Tarife.
Unterstützt DRIU sevDesk und Lexoffice?
Laut Anbieterangaben bestehen Schnittstellen. Prüfen Sie Details zu Kontenmapping, Belegübergabe und Automatisierung vor Vertragsabschluss.
Gibt es Wallet-Pässe für Apple und Google?
Bei DRIU laut Anbieter integriert. Bei anderen Anbietern ist das selten Standard und sollte gezielt angefragt werden.
Fallen Provisionen pro Buchung an?
Manche Plattformen berechnen zusätzlich zu Payment-Gebühren eigene Provisionen. Achten Sie auf die Unterscheidung und rechnen Sie die Gesamtkosten auf Monatsbasis.
Kann ich Produkte verkaufen und Tickets anbieten?
DRIU deckt laut Anbieter Vermietung, Verkauf und Ticketing ab. Andere Lösungen fokussieren teils nur einen Bereich – prüfen Sie Ihren Use Case.
Erhalte ich Zugriff auf E-Mail-Adressen und Geburtsdaten?
Das ist je nach Anbieter und Einwilligungslage unterschiedlich. Fordern Sie vollständige Export- und API-Rechte vertraglich ein.
Welche Zahlarten sind Pflicht?
Mindestens Kreditkarte und PayPal; idealerweise Apple Pay und Google Pay. Prüfen Sie Gebühren und die Unterstützung durch den PSP.
Ist Hosting außerhalb der EU ein Problem?
Es kann zusätzliche DSGVO-Anforderungen mit sich bringen. EU-/DE-Hosting mit AV-Vertrag vereinfacht Compliance.
Wie vergleiche ich Tarife fair?
Rechnen Sie Gesamtkosten pro Monat: Grundgebühr + Add-ons + geschätzte Payment-Gebühren + etwaige Plattformprovisionen. Beziehen Sie Support-SLA und Datenexport-Rechte ein.
Für wen eignet sich Rentman?
Für Unternehmen mit komplexer Disposition und großem Gerätepark. Der Funktionsumfang ist stark, die Kosten liegen jedoch häufig höher.