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Qualifizierung neu denken – der Irrtum vom Job-Vernichter KI

Qualifizierung neu denken. Ein Report der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC sorgt für Aufsehen: Eine Auswertung, für die fast eine Milliarde Stellenanzeigen analysiert wurden, kommt zum Ergebnis, dass KI den Arbeitsmarkt verändert – jedoch anders als viele denken. Vor allem die Gehalts-Prognose dürfte überraschen.

 

Angst vor KI? Die Realität sieht anders aus

Der verstärkte Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) sorgt für viele Bedenken: Werden die Bots uns die Jobs wegnehmen? Wichtige Entscheidungen ohne uns treffen? Die Kluft zwischen hoch- und geringqualifizierten Arbeitskräften größer?

Diese Fragen beschäftigen viele – und beunruhigen Angestellte und Unternehmen gleichermaßen. Doch der neue Bericht¹ „AI Jobs Barometer 2025“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC kommt zu einem überraschend optimistischen Ergebnis: KI verändert den Arbeitsmarkt – jedoch nicht durch Massenarbeitslosigkeit, sondern durch strukturelle Verschiebungen.





Für den Report wurden fast eine Milliarde Stellenanzeigen aus 24 Ländern ausgewertet. Ziel war, zu analysieren, wie KI die Nachfrage nach Arbeitskräften, deren Qualifikationen und Gehälter beeinflusst.
Unerwarteter Spitzenreiter: im Agrarsektor wächst der Einsatz von KI rasant. Seit 2019 hat sich die Zahl der KI-bezogenen Stellen in der Landwirtschaft mehr als verdreifacht. „Der Wandel durch Künstliche Intelligenz betrifft längst nicht mehr nur die typischen Technologiebereiche“, erklärt Armin von Rohrscheidt, Partner und Leiter für Workforce Transformation bei PwC Deutschland. „Gerade in der Landwirtschaft beobachten wir einen regelrechten Boom.“

Mehr Jobs durch KI? Ja – aber anders als gedacht

Das vielleicht wichtigste Ergebnis: KI macht Arbeitnehmer produktiver – und damit wertvoller. Entgegen der weit verbreiteten Angst vor Jobverlusten steigt die Zahl der Stellenausschreibungen in fast allen Branchen – selbst in jenen, die als besonders automatisierbar gelten.

  • In der Landwirtschaft, im Bau und in der Kulturbranche nahmen die Jobangebote trotz hoher Automatisierungspotenziale zu.
  • Auch im Kundenservice – einer Branche, die stark von KI betroffen ist – wächst die Nachfrage nach qualifiziertem Personal.
  • In weniger KI-affinen Bereichen wie der Pflege oder Bildung wuchs die Zahl der Stellenausschreibungen weltweit um 65 %.
  • In stark KI-exponierten Bereichen immerhin um 38 %.

Der Grund liegt auf der Hand: KI übernimmt Routinetätigkeiten – etwa das Sortieren von E-Mails, das Erstellen einfacher Berichte oder das Zuweisen von Tickets im Support. Dadurch gewinnen Beschäftigte Zeit für wertschöpfendere Tätigkeiten. Aus reinen Ausführenden werden Analysten, Gestalter und Problemlöser.

 

Beispiel aus der Praxis: KI in der Steuerberatung

In Steuerkanzleien übernehmen KI-basierte Tools heute schon automatisiert die Erfassung und Kategorisierung von Belegen. Mitarbeiter müssen dadurch weniger Routinearbeit erledigen und können sich auf komplexe Fälle und Kundenberatung konzentrieren. Das steigert nicht nur die Effizienz, sondern auch den Mehrwert für den Mandanten – und rechtfertigt höhere Honorare.

80%
der Routinetätigkeiten in der Buchhaltung lassen sich laut McKinsey bereits heute durch KI und Automatisierungstechnologien automatisieren.
62%
der Unternehmen weltweit setzen laut PwC bereits auf KI-gestützte Systeme im Bereich Rechnungswesen

Buchhaltung automatisieren mit KI

 

Ähnlich weitreichende Veränderungen lassen sich auch in anderen Branchen beobachten – etwa in der Medizin und der Versicherungswirtschaft. In der medizinischen Diagnostik kommt Künstliche Intelligenz zunehmend zum Einsatz, um bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT auszuwerten. KI-Systeme können hier Muster erkennen, die für das menschliche Auge schwer sichtbar sind, und unterstützen Ärztinnen und Ärzte bei der frühzeitigen Erkennung von Krankheiten wie Tumoren, Schlaganfällen oder neurologischen Störungen. Das führt zu schnelleren Diagnosen, geringeren Fehlerquoten und einer insgesamt effizienteren Patientenversorgung.

Auch bei Versicherungen, insbesondere im Bereich der Schadensregulierung, spielt KI eine immer wichtigere Rolle. KI-basierte Systeme analysieren Schadensmeldungen, prüfen eingereichte Dokumente auf Plausibilität und erkennen potenziellen Betrug durch den Abgleich mit historischen Daten. So lässt sich der Bearbeitungsprozess erheblich beschleunigen. Statt mehrtägiger Prüfungen kann eine Schadensfreigabe in einfachen Fällen mittlerweile innerhalb weniger Minuten automatisiert erfolgen. Gleichzeitig behalten die Sachbearbeiter mehr Kapazität für komplexe oder strittige Fälle – mit höherer Qualität und Kundenzufriedenheit.

 

Deutschland: Informationssektor als KI-Vorreiter

Während international der Trend klar Richtung Jobzuwachs geht, zeigt sich in Deutschland ein differenzierteres Bild. Besonders auffällig: Der Informations- und Kommunikationssektor boomt. Auf ihn entfallen über 7 % aller KI-bezogenen Stellenausschreibungen. Das spiegelt den starken IT-Sektor wider, aber auch den akuten Bedarf an Fachkräften mit Datenkompetenz.

Doch auch hierzulande gilt: Wer sich mit KI auskennt oder sie sinnvoll nutzen kann, ist gefragter denn je. Die Originalstudie von PwC zeigt, dass KI-Kompetenz in fast allen Berufsfeldern zum Karrierebooster wird.

Wer sich also mit KI Systemen auskennt, oder weiß, wie man ChatGPT Plus günstiger nutzen kann, dem stehen gleich mehrere Türen offen. ChatGPT Plus günstiger ist eine Option – doch es gibt noch deutlich mehr. Die Bild KI Sora beispielsweise oder Midjourney. Aber auch ChatGPT Pro sollte der Bewerber der Zukunft kennen. In Zukunft wird es Teil der Kompetenz sein, die Vor- und Nachteile der einzelnen KI Systeme zu kennen und wie in einem Orchester, zur richtigen Zeit, das richtige Tool zu nutzen.

Midjourney15 Dinge, die Sie unbedingt wissen sollten

 

KI steigert nicht nur Nachfrage – sondern auch Gehälter

Eines der spannendsten Ergebnisse des Reports betrifft die Vergütung: Stellenanzeigen mit KI-Bezug verzeichnen bis zu 25 % höhere Gehälter im Vergleich zu vergleichbaren Positionen ohne KI-Bezug. Besonders in Branchen wie Technologie, Finanzwesen und Ingenieurwesen lassen sich diese Unterschiede feststellen.

25%

höhere Gehälter

Jobs mit KI Kompetenz werden überdurchschnittlich bezahlt.

 

Das bedeutet: Wer sich fortbildet und KI-Kompetenzen entwickelt – sei es im Prompt Engineering, Datenanalyse oder dem Umgang mit generativer KI – kann nicht nur seinen Job sichern, sondern seine Karriere aktiv vorantreiben.

Qualifizierung neu denken

Die Arbeitswelt steht an einem Wendepunkt. Künstliche Intelligenz ist kein Jobkiller, sondern ein Wertschöpfungsverstärker. Unternehmen müssen ihre Strategien überdenken – nicht durch Stellenabbau, sondern durch Weiterbildung und gezielte Qualifizierung. Und Arbeitnehmer sollten die Chancen erkennen, sich zukunftssicher aufzustellen.

Wer KI versteht, sie anwendet und ihre Ergebnisse einordnet, wird in der neuen Arbeitswelt gefragter denn je sein – und besser verdienen.





Sehr interessante Ergebnisse hat auch eine andere Studie enthüllt. 700.000 Lebensläufe wurden analysiert und dabei der typisch Deutsche Bewerber festgestellt.

Unsere Autoren schreiben in ihrer Freizeit. Danke für's bewerten
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Von Chris

STIMME

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1 Kommentar

  1. Beate

    700000 Lebensläufe wurden dafür analysiert? Wer hat die denn alle durchgelesen? Bestimmt auch wieder ne KI. Schon klar

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