Was macht der Zentralverband des deutschen Handwerks?

Der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) ist eine der bedeutendsten Organisationen im deutschen Handwerkssektor. Er repräsentiert die Interessen von über einer Million Handwerksbetrieben mit rund 5,5 Millionen Beschäftigten und mehr als 370.000 Auszubildenden. Der ZDH agiert als Dachorganisation und vertritt die Anliegen des Handwerks gegenüber der Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit auf nationaler und europäischer Ebene.

 

Berufsverbände erfüllen wichtige Aufgaben. Im Falle des Handwerks sind Berufsverbände besonders wichtig, weil es sich bei den meisten Handwerksbetrieben um kleine Familienunternehmen handelt. Unternehmen also, die selbst keine Lobbyarbeit betreiben können. Betrachten wir heute also den Zentralverband des deutschen Handwerks und dessen Aufgaben.

 

Aufgaben und Funktionen des Zentralverband des deutschen Handwerks

Interessenvertretung des Handwerks

Eine der Hauptaufgaben des ZDH ist die politische Interessenvertretung. Er setzt sich für die Belange des Handwerks in Gesetzgebungsprozessen ein, führt Dialoge mit politischen Entscheidungsträgern und nimmt Stellung zu aktuellen politischen Entwicklungen. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Handwerksbetriebe zu verbessern und deren Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

  • Gesetzgebungsprozesse: Der ZDH nimmt Stellung zu Entwürfen von Gesetzen und Verordnungen, die das Handwerk betreffen.
  • Dialoge mit Politikern: Regelmäßige Gespräche und Treffen mit Bundestagsabgeordneten und Vertretern der Bundesregierung.
  • Lobbyarbeit: Einflussnahme auf politische Entscheidungen, um beispielsweise bürokratische Hürden für Handwerksbetriebe zu reduzieren.

 

▶ Vergleich: Handwerkersoftware für Kleinbetriebe

 

Förderung der Aus- und Weiterbildung

Der ZDH spielt eine zentrale Rolle in der Förderung der beruflichen Bildung im Handwerk. Er entwickelt Bildungsstrategien, unterstützt die Ausbildungsbetriebe und setzt sich für die Qualitätssicherung in der handwerklichen Ausbildung ein. Zudem organisiert er Wettbewerbe wie den Bundeswettbewerb “Jugend forscht“, um den Nachwuchs im Handwerk zu fördern.

  • Entwicklung von Ausbildungsordnungen: Der ZDH arbeitet an der Erstellung und Aktualisierung von Ausbildungsordnungen für verschiedene Handwerksberufe.
  • Berufswettbewerbe: Organisation von Wettbewerben wie dem “Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks”, um Spitzenleistungen zu fördern.
  • Qualitätssicherung: Unterstützung von Betrieben bei der Umsetzung und Einhaltung hoher Qualitätsstandards in der Handwerker Ausbildung.

 

Öffentlichkeitsarbeit für Handwerker

Boombranche Handwerk Wie Handwerker sich auf den Boom vorbereiten

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist die Öffentlichkeitsarbeit. Der ZDH informiert die Öffentlichkeit über die Bedeutung des Handwerks für die Wirtschaft und Gesellschaft. Er führt Kampagnen durch, um das Image des Handwerks zu stärken und junge Menschen für handwerkliche Berufe zu begeistern.

  • Informationskampagnen: Durchführung von Kampagnen wie “Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan.”, um das Handwerk in der Öffentlichkeit zu stärken.
  • Pressearbeit: Regelmäßige Pressemitteilungen und Veranstaltungen, um über aktuelle Themen und Erfolge im Handwerk zu berichten. Insbesondere Pressemitteilungen sind ein effektives Mittel um mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Für kleine Familienbetriebe sicher zu aufwendig, für den Zentralverband des deutschen Handwerks hingegen sind Pressemitteilungen ideal um die Belange des Handwerks zu adressieren.
  • Imagepflege: Entwicklung von Marketingstrategien und Werbekampagnen zur Steigerung der Attraktivität handwerklicher Berufe.

 

Unterstützung der Handwerkskammern und Fachverbände

Der ZDH koordiniert und unterstützt die Arbeit der Handwerkskammern und Fachverbände. Er bietet ihnen Beratung und Hilfestellung in rechtlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Fragen. Zudem fördert er den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen handwerklichen Organisationen.

  • Beratungsdienste: Bereitstellung von Beratungsangeboten zu rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen.
  • Weiterbildungsangebote: Organisation von Seminaren und Schulungen für Mitarbeiter von Handwerkskammern und Fachverbänden.
  • Koordination von Projekten: Unterstützung bei der Umsetzung gemeinsamer Projekte und Initiativen auf regionaler und nationaler Ebene.

 

Struktur und Organisation

Der ZDH ist als eingetragener Verein organisiert und hat seinen Sitz in Berlin. Er wird von einem Präsidenten geleitet, der von der Mitgliederversammlung gewählt wird. Die Mitgliederversammlung setzt sich aus Vertretern der Handwerkskammern und Fachverbände zusammen und ist das oberste Entscheidungsorgan des ZDH.

  • EU-Projekte: Beteiligung an EU-finanzierten Projekten zur Förderung des Handwerks und des Austauschs von Best Practices.
  • Internationale Netzwerke: Mitgliedschaft und aktive Mitarbeit in internationalen Handwerksorganisationen und -verbänden.
  • Fachlicher Austausch: Organisation und Teilnahme an internationalen Konferenzen und Workshops zu handwerksrelevanten Themen.

 

Europäische und internationale Zusammenarbeit

Der ZDH ist auch auf europäischer und internationaler Ebene aktiv. Er arbeitet mit anderen handwerklichen Organisationen und Verbänden in Europa zusammen, um die Interessen des deutschen Handwerks in der EU zu vertreten. Darüber hinaus beteiligt er sich an internationalen Projekten und Initiativen, die den Austausch von Wissen und Erfahrungen im Handwerk fördern.

Beim Handwerk handelt es sich um eine Boom Branche. Aktuell ist es leichter, einen Job als Handwerker zu finden denn als Softwareentwickler. Doch obwohl die Arbeitsplätze im Handwerk gut bezahlt werden, sind in Deutschland etwa 250.000 Stellen im Handwerk unbesetzt. Diese hohe Zahl spiegelt den weiterhin hohen Fachkräftemangel wider, der sich insbesondere in handwerksintensiven Bereichen wie dem Bauhandwerk, der Elektrotechnik und der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zeigt.

Die demografische Entwicklung, die Digitalisierung und die Dekarbonisierung sind wesentliche Faktoren, die den Fachkräftebedarf im Handwerk beeinflussen​. Hierbei können auf europäischer Ebene Lösungen gefunden werden, etwa über die Anwerbung von Handwerkern aus dem Ausland. Jedoch müssten hierfür die Einkommenssteuern und Abgaben gesenkt werden, um den Standort Deutschland insgesamt attraktiver zu gestalten.

Die extrem hohe Abgabenlast in Deutschland hat sich leider herumgesprochen. So wandern aktuell mehr Fachkräfte ab, als einwandern. Bestes Land zum Auswandern gehört hier fachlich nicht dazu, ist jedoch ein Thema welches mit den Standortnachteilen Deutschlands einher geht.

 

Handwerker Ausbildung

Unterschied Handwerksammer vs. Zentralverband des deutschen Handwerks

  1. Aufgabenbereich:
    • ZDH: National und international tätig; zentrale politische Interessenvertretung und Öffentlichkeitsarbeit; Koordination und Unterstützung der Handwerkskammern und Fachverbände.
    • Handwerkskammern: Regional tätig; Betreuung und Unterstützung der Handwerksbetriebe im jeweiligen Kammerbezirk; Organisation und Überwachung der beruflichen Aus- und Weiterbildung.
  2. Struktur und Organisation:
    • ZDH: Dachorganisation, die als eingetragener Verein organisiert ist und seinen Sitz in Berlin hat.
    • Handwerkskammern: Körperschaften des öffentlichen Rechts, die regional organisiert sind und auf gesetzlicher Grundlage arbeiten.
  3. Zielgruppe:
    • ZDH: Repräsentiert die Interessen des gesamten deutschen Handwerks auf nationaler und internationaler Ebene.
    • Handwerkskammern: Betreuen die Handwerksbetriebe und deren Beschäftigte in ihrem jeweiligen regionalen Kammerbezirk.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der ZDH als zentrale Dachorganisation die Interessen des Handwerks auf übergeordneter Ebene vertritt und koordiniert, während die Handwerkskammern als regionale Einrichtungen die direkte Unterstützung und Betreuung der Handwerksbetriebe vor Ort übernehmen. Beide Organisationen arbeiten eng zusammen, um die Rahmenbedingungen für das Handwerk in Deutschland zu verbessern und dessen Entwicklung zu fördern.

 

Fazit

Der Zentralverband des deutschen Handwerks spielt eine unverzichtbare Rolle in der Vertretung und Förderung des deutschen Handwerks. Durch seine vielfältigen Aufgaben und Funktionen trägt er maßgeblich zur Stärkung des Handwerkssektors bei und sorgt dafür, dass die Interessen der Handwerksbetriebe auf allen Ebenen Gehör finden.

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Von Chris

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