Die Politik arbeitet offenbar an einem neuen Schritt gegen Steuerhinterziehung: Eine Kassenpflicht ab 100.000 Euro Gesamtumsatz im Kalenderjahr steht im Raum. Geplant ist, dass Gewerbetreibende künftig ein elektronisches Aufzeichnungssystem nutzen müssen, sobald die Umsatzgrenze des § 19 Absatz 2 Satz 1 UStG überschritten wird. Das würde alle betreffen, die Gewinneinkünfte erzielen – vom Einzelhandel bis zum Handwerksbetrieb.
Hintergrund ist eine Passage aus dem Koalitionsvertrag, der Maßnahmen gegen Steuerbetrug und für mehr digitale Transparenz vorsieht. Das Bundesfinanzministerium (BMF) treibt nach Angaben aus der Hauptstadt einen Entwurf voran. Die Details sind jedoch noch in Arbeit und müssen das Gesetzgebungsverfahren durchlaufen.1
Wichtig: Wir führen keine Steuerberatung durch. Am besten nutzt du eine professionelle Buchhaltungssoftware. Moderne Lösungen helfen, Belege rechtssicher zu erfassen, Schnittstellen zur Kasse zu pflegen und gesetzliche Vorgaben zuverlässig umzusetzen.
▶ Du startest neu und willst vom ersten Tag an gesetzeskonform arbeiten? Dieser Leitfaden führt dich Schritt für Schritt durch die Grundlagen und typische Stolperfallen: Buchhaltung leicht gemacht für Gründer: Der große Guide.
Kassenpflicht: Was konkret vorgesehen ist
Die geplante Kassenpflicht soll greifen, wenn dein Gesamtumsatz im Sinne des § 19 Absatz 2 Satz 1 UStG über 100.000 Euro im Kalenderjahr liegt. Maßgeblich ist der Gesamtumsatz, nicht der Gewinn. Wer die Schwelle überschreitet, müsste ein elektronisches Aufzeichnungssystem einsetzen und damit sämtliche Bar- sowie Kartenzahlungen lückenlos dokumentieren.2
Deutschland kennt bereits heute klare Vorgaben für elektronische Kassensysteme: die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) mit Technischer Sicherheitseinrichtung (TSE) und Belegausgabepflicht. Die neue Schwellenregelung würde diese Infrastruktur nicht ersetzen, sondern den Kreis der Pflichtanwender transparenter definieren und Lücken schließen.3
Kassenpflicht: Wer ist betroffen?
Betroffen wären grundsätzlich alle mit Gewinneinkünften, die mehr als 100.000 Euro Gesamtumsatz erzielen. Dazu zählen etwa Händler, Gastronomiebetriebe, Dienstleister, Handwerksbetriebe oder Betreiber von Pop-up-Stores und Marktständen. Wer schon heute ein elektronisches Kassensystem mit TSE nutzt, dürfte organisatorisch im Vorteil sein; bei rein manueller Kassenführung steigt der Handlungsdruck.
Nicht entscheidend ist, ob du Ist- oder Sollversteuerer bist. Relevant ist die Umsatzgröße. Wer nahe an der Schwelle liegt, sollte zeitnah die eigenen Zahlen monitoren, um bei Überschreitung ohne Hektik umzustellen. Wichtig ist auch die Trennung zwischen Bargeschäften und unbaren Umsätzen: Die Kassenpflicht zielt zwar vor allem auf Bargeschäfte, doch in der Praxis werden Kassensysteme meist für alle Zahlungswege eingesetzt, um Medienbrüche zu vermeiden.

Kassenpflicht: Was du jetzt vorbereiten solltest
Auch wenn der finale Gesetzestext noch aussteht, lohnt sich Vorbereitung:
- Umsatzmonitoring: Prüfe monatlich, ob du die 100.000-Euro-Marke im laufenden Jahr überschreitest.
- Systemcheck: Kläre, ob dein aktuelles Kassensystem TSE-fähig ist und alle Pflichtfelder (Belegausgabe, DSFinV-K) abdeckt.
- Prozesse: Definiere Kassenabschlüsse, Kassensturz, Storno-Regeln und Verantwortlichkeiten im Team.
- Belegfluss: Stelle sicher, dass Kasse, Warenwirtschaft und Buchhaltung nahtlos zusammenspielen.
- Dokumentation: Halte Verfahrensdokumentation und Kassennachschau-Checkliste bereit.
Wenn du Strukturen und Software jetzt sauber aufsetzt, verkürzt das die Umstellungszeit und senkt das Risiko bei Betriebsprüfungen. Viele Lösungen bieten Exportformate, Schnittstellen zu DATEV und revisionssichere Archivierung – ein Plus, sobald die Kassenpflicht scharf geschaltet wird.
Du willst deine Prozesse insgesamt schlanker aufstellen? Hier zeigen wir dir, wie du mit klaren Routinen und digitalen Tools Zeit und Kosten reduzierst: Buchhaltung optimieren: So sparen Sie Zeit und Geld.
Rechtssicherheit, Kosten und Zeitplan
Rechne mit einer Übergangsfrist, sobald das Gesetz kommt. In der Vergangenheit lagen zwischen Veröffentlichung und voller Geltung oft mehrere Monate, damit Betriebe Technik beschaffen und Prozesse anpassen konnten.3 Kosten hängen von Kassenhardware, TSE, Lizenzen und Implementierung ab. Kleinere Betriebe sollten Angebote vergleichen und auf Skalierbarkeit achten.
Noch ein Hinweis: Abstimmung mit dem Steuerberater zu Kontierung, GoBD, Verfahrensdokumentation und Aufbewahrungspflichten bleibt sinnvoll – auch wenn wir keine Steuerberatung anbieten.
Jetzt Weichen stellen, wenn Kassenpflicht kommt
Die geplante Kassenpflicht ab 100.000 Euro Umsatz könnte bald Realität werden. Wer Umsätze transparent überwacht, TSE-fähige Systeme prüft und Belegprozesse standardisiert, ist vorbereitet, wenn der Startschuss fällt. So schützt du dich vor Stress in der Umstellungsphase – und behältst Zeit für das, was wirklich Umsatz bringt. Ein beliebter Beruf überrascht durch besonders hohes Einkommen.
Gerade bei der Einführung einer Kasse machen einfache Kniffe den Unterschied. Diese kompakten Praxisratschläge helfen dir, typische Fehler zu vermeiden und schneller in den Regelbetrieb zu kommen: Buchhaltung vereinfachen: 10 Tipps, die wirken.