Wie hoch ist das Gehalt als Landrat? Die Frage stellen sich viele, die eine Karriere in der Kommunalpolitik anstreben – oder einfach wissen wollen, was die Chefebene eines Landkreises verdient. Die Antwort: Es geht um stattliche Beträge, geregelt über die B-Besoldung der Länder. Trotzdem unterscheiden sich die Zahlen je nach Bundesland und Kreisgröße deutlich.
Hier bekommst du einen schnellen Überblick zu Gehalt, Zulagen und Versorgung, dazu die Voraussetzungen für das Amt, die Aufgaben im Alltag und deinen Versicherungsstatus als Landrat.
Gehalt als Landrat: So setzt es sich zusammen
Das Gehalt als Landrat basiert in allen Flächenländern auf der Besoldungsordnung B (meist B6 bis B8). Die genaue Einstufung richtet sich nach Landesrecht und Einwohnerzahl des Landkreises. Weil die Länder eigene Tabellen haben, variiert das Monatsgrundgehalt – grob liegen Landräte 2024 je nach Land und Gruppe zwischen rund 10.000 und 12.500 Euro brutto monatlich, also etwa 120.000 bis 150.000 Euro pro Jahr.1 Hinzu kommen Aufwandsentschädigungen, Dienstwagen-Regelungen und teilweise Leistungszulagen nach Landesrecht.2
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Gehalt als Landrat: Vergleich der 16 Bundesländer
Die folgende Tabelle zeigt die in der Praxis üblichen Besoldungsgruppen für Landräte je Bundesland sowie grobe Spannen der Monatsgrundgehälter 2024. Werte sind gerundet und dienen der Orientierung; maßgeblich sind die jeweiligen Landesbesoldungstabellen.1
| Bundesland | Übliche Besoldung | Monatsgrundgehalt ca. (brutto) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | B7–B8 | 11.200–12.400 € | Einstufung nach Kreisgröße |
| Bayern | B7–B8 | 11.300–12.500 € | Größere Kreise meist höher |
| Berlin | – | – | Kein Landrat (Stadtstaat) |
| Brandenburg | B6–B7 | 10.400–11.500 € | Spielraum je nach Landkreis |
| Bremen | – | – | Kein Landrat (Stadtstaat) |
| Hamburg | – | – | Kein Landrat (Stadtstaat) |
| Hessen | B6–B7 | 10.600–11.600 € | Landesrechtlich festgelegt |
| Mecklenburg-Vorpommern | B6–B7 | 10.300–11.400 € | Je nach Kreisgröße |
| Niedersachsen | B6–B7 | 10.500–11.600 € | Landesbesoldung |
| Nordrhein-Westfalen | B6–B7 | 10.800–11.800 € | Größere Kreise meist B7 |
| Rheinland-Pfalz | B6–B7 | 10.400–11.500 € | Landesrechtlich festgelegt |
| Saarland | B6–B7 | 10.300–11.300 € | Kleines Flächenland |
| Sachsen | B6–B7 | 10.500–11.600 € | Einwohnerzahl relevant |
| Sachsen-Anhalt | B6–B7 | 10.300–11.400 € | Landesbesoldung |
| Schleswig-Holstein | B6–B7 | 10.400–11.500 € | Je nach Kreis |
| Thüringen | B6–B7 | 10.300–11.400 € | Landesrechtlich festgelegt |
Gehalt als Landrat: Welche Zulagen gibt es?
Neben dem Grundgehalt sind typische Vorteile: Dienstwagen (oft mit Fahrer, je nach Land), Aufwandsentschädigungen, Reisekosten, Unfallfürsorge sowie Versorgungsanwartschaften aus der Beamtenversorgung. Details regeln die Landesbeamten- und Reisekostengesetze.3
Wie wird man Landrat?
In den meisten Ländern wird der Landrat direkt von den Bürgern gewählt; in einigen wird er vom Kreistag gewählt. Die Amtszeit liegt je nach Land meist bei 5 bis 8 Jahren. Formal genügt in der Regel die Wählbarkeit nach Kommunalwahlrecht; ein bestimmtes Studium ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. In der Praxis setzen Parteien auf Profile mit Verwaltungserfahrung, häufig Jura, Verwaltungs- oder Politikwissenschaften.2
Aufgaben: Was macht ein Landrat täglich?
- Leitung der Kreisverwaltung und Umsetzung der Beschlüsse des Kreistags
- Haushalts- und Personalverantwortung
- Rechtsaufsicht über kreisangehörige Gemeinden
- Katastrophenschutz, öffentliche Sicherheit, Gesundheits- und Schulwesen
- Vertretung des Landkreises nach außen
Die Rolle vereint politische Führung und Verwaltungsmanagement – entsprechend ist das Gehalt als Landrat im oberen Spektrum des öffentlichen Dienstes angesiedelt.2
Versorgung, Rente und Krankenversicherung
Als Landrat bist du in der Regel Beamter auf Zeit. Statt gesetzlicher Rente gilt die Beamtenversorgung: Nach den Versorgungsgesetzen der Länder liegt das maximale Ruhegehalt bei rund 71,75 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge; die tatsächliche Höhe hängt von Dienstzeit und Besoldung ab.4 In der Krankenversicherung erhältst du Beihilfe des Dienstherrn und schließt in der Regel eine private Krankenversicherung für den Rest ab.5
Karriere- und Einkommensalternativen
Du willst zuerst Berufserfahrung sammeln und ohne Studium ins Berufsleben starten? Die besten Einstiege findest du hier: Jobchancen ohne Studium.
Zusammenfassung
Das Gehalt als Landrat ist durch die B-Besoldung solide geregelt und in großen Landkreisen besonders attraktiv. Mit Wahlmandat, hoher Verantwortung und starken Versorgungsansprüchen ist das Amt finanziell wie inhaltlich anspruchsvoll – und wer tiefer in Zahlen eintaucht, entdeckt schnell weitere spannende Gehaltsrankings im öffentlichen Dienst.
Welche Qualifikation brauchst du gesetzlich für das Amt?
Meist genügt die allgemeine Wählbarkeit nach Kommunalwahlrecht. Ein bestimmtes Studium ist in der Regel nicht vorgeschrieben; faktisch sind Verwaltungserfahrung und Parteirückhalt entscheidend.2
Wie hoch ist das Einstiegsgehalt als Landrat?
Das hängt von der Einstufung (B6–B8) und dem Bundesland ab. Realistisch sind rund 10.000 bis 12.500 Euro brutto monatlich als Grundgehalt.1
Gibt es Bonuszahlungen oder Leistungsprämien?
Teils ja, allerdings eng begrenzt und landesrechtlich geregelt. Üblicher sind Aufwandsentschädigungen und Sachleistungen wie ein Dienstwagen.3
Wie lange ist die Amtszeit eines Landrats?
Je nach Land in der Regel 5 bis 8 Jahre. Eine Wiederwahl ist häufig möglich.2
Bist du als Landrat gesetzlich oder privat krankenversichert?
Als Beamter auf Zeit erhältst du Beihilfe und ergänzt diese üblicherweise mit privater Krankenversicherung.5
Hast du Anspruch auf gesetzliche Rente?
Nein, es gilt die Beamtenversorgung. Die Höhe richtet sich nach ruhegehaltfähigen Dienstbezügen und Dienstzeit; das Maximum liegt bei rund 71,75 Prozent.4
Wie unterscheiden sich Stadtstaaten von Flächenländern?
In Berlin, Hamburg und Bremen gibt es keine Landräte; dort übernehmen Senat/Bezirke andere Rollen. Gehaltsvergleiche gelten daher nur für Flächenländer.2
Welche Aufstiegschancen gibt es nach dem Amt?
Wechsel in Landespolitik, Ministerialverwaltung oder Spitzenämter kommunaler Verbände sind üblich – häufig mit vergleichbaren Besoldungsgruppen.2



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