Die Geduld der deutschen Wirtschaft ist am Ende. In einer Sonderumfrage des Ifo-Instituts haben gut 6.300 Unternehmen der Bundesregierung im Schnitt nur die Schulnote 4,2 gegeben – ein deutliches Warnsignal1
Besonders hart fällt das Urteil über die Sozial- und Rentenpolitik aus: Mit einer 4,6 ist sie das Sorgenkind in der Bewertung. Arbeitsmarkt-, Industrie- sowie Energie- und Klimapolitik liegen mit 4,1 bis 4,2 ebenfalls im kaum versetzungsfähigen Bereich.1 Schon die Einleitung der Ifo-Studie klingt wie eine Ohrfeige: „Versetzungsgefährdet?“
Nur Note 4,2 – 6300 Unternehmen bewerten Regierung
Die Botschaft ist klar: Nur Note 4,2 – 6300 Unternehmen bewerten Regierung – und sie tun es über nahezu alle Politikfelder hinweg konsistent kritisch.1 Das heißt für dich: Es gibt keine Entlastungsinseln, auf die sich Unternehmer verlassen können. Selbst dort, wo leichte Fortschritte gesehen werden – etwa in der Finanz-, Infrastruktur- und Digitalisierungspolitik mit glatten 4,0 – reicht das nicht für ein gutes Zeugnis.
Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe bringt es auf den Punkt: „Die Unternehmen sehen derzeit kaum Fortschritte bei den zentralen wirtschaftspolitischen Themen.“1 Du kannst das in den Auftragsbüchern und bei Investitionsentscheidungen spüren: Unsicherheit lähmt.
Nur Note 4,2 – 6300 Unternehmen bewerten Regierung: Wo der Schuh drückt
Der größte Frustpunkt ist die Sozial- und Rentenpolitik mit 4,6. Das ist mehr als Symbolik: Steigende Lohnnebenkosten und unklare Pfade bei Rentenfinanzierung und Beitragsentwicklung drücken die Wettbewerbsfähigkeit. Wenn du planst, Personal aufzubauen oder zu halten, beeinflusst dich genau das.
Der Arbeitsmarkt kommt mit 4,1 ebenfalls schlecht weg. Das passt zum Bild: hoher Fachkräftemangel, aber komplexe Zuwanderungsregeln und ein Förderdschungel, der Entscheidungen verzögert. In der Industriepolitik (4,1–4,2) fehlt vielen Firmen ein planbarer Rahmen, um in neue Technologien oder Standorterweiterungen zu investieren.1

Besonders sensibel ist die Energie- und Klimapolitik (4,1–4,2). Hohe Strompreise, volatile Abgaben und oft wechselnde Förderrichtlinien machen es schwer, den grünen Umbau kalkulierbar zu stemmen. Hinzu kommt der oftmals träge Verwaltungsapparat. Genehmigungen für einen Anbau können sich Jahre in die Länge ziehen, selbst eine einfache Umsatzsteuernummer benötigt mehrere Wochen. Das stößt auf Unverständnis.
Nur Note 4,2 – 6300 Unternehmen bewerten Regierung: Was jetzt gefordert wird
Die Umfrage lässt an Klarheit nichts vermissen: 40,4 Prozent der Unternehmen fordern an erster Stelle den Abbau von Bürokratie und Regulierung, 37,1 Prozent verlangen Reformen bei Steuern und Abgaben – von Entlastungen bis zur Vereinfachung des Systems.1 Für dich bedeutet das: Jede Stunde weniger Formulararbeit ist eine Stunde mehr Umsatz.
Aus Sicht vieler Betriebe braucht es schnelle, wirksame Schritte: vereinfachte Genehmigungen, verlässliche Abschreibungsregeln, digitale Verwaltungsprozesse mit echten End-to-End-Lösungen und eine Steuerstruktur, die Investitionen belohnt.
Signalwirkung für Investitionen und Jobs
Der Notenschnitt 4,2 ist mehr als Stimmung – er ist Standortfaktor. Schwache Bewertungen bei Energie, Steuern und Bürokratie fließen in jede Standortentscheidung ein. Wenn du heute überlegst, ob die nächste Maschine, der nächste Server oder die nächste Halle in Deutschland stehen soll, beeinflussen dich genau diese Rahmenbedingungen.
Interessant: Die Noten unterscheiden sich laut Ifo kaum zwischen Industrie, Handel und Bau. Das legt nahe, dass nicht einzelne Branchen, sondern das System als Ganzes krankt – ein Alarmsignal für die Breite der Wirtschaft.1
Wenn du verstehen willst, wie politische Weichenstellungen Erwartungen prägen, lohnt der Blick zurück: Die Parole von 2015 wirkt bis heute in Debatten über Arbeitsmarkt, Migration und Integration nach. Lies dazu unseren Hintergrund: 10 Jahre wir schaffen das.
► Auch die Staatsfinanzen spielen eine zentrale Rolle für Investitionsklima und Zinsen. Welche Kettenreaktionen neue Schulden auslösen, liest du hier: 500 Milliarden neue Schulden – Welche Folgen hat das für Deutschland?
Standortentscheidungen sind kein Theorieproblem. Wenn große Player gehen, hat das Folgen für Zulieferer und Jobs. Ein Beispiel aus der Luftfahrtbranche findest du hier: Gebrochenes Wahlversprechen mit Folgen: Airlines verlassen Deutschland.
Was du jetzt konkret tun kannst
Setze auf Planbarkeit, wo der Staat sie nicht liefert: sichere dir langfristige Energieverträge, prüfe Strom- und Gaspreisfixierungen und kalkuliere Förderungen konservativ. Nutze beschleunigte Abschreibungen, wo verfügbar, und halte deinen Genehmigungsfahrplan schlank durch frühe Abstimmungen mit Behörden.
Digitalisiere Backoffice-Prozesse, um Bürokratiekosten zu drücken. Ein sauberer Datenfluss von Buchhaltung bis Zoll senkt Fehlerquoten und Bearbeitungszeiten. Prüfe grenzüberschreitende Optionen: Von Einkauf über IT bis zu Produktionsschritten kann eine diversifizierte Aufstellung Risiken streuen.
Schlechte Noten, durchschnittliche Erwartungen
Nur Note 4,2 – 6300 Unternehmen bewerten Regierung – das ist ein Standortrapport, der zum Handeln zwingt. Die Forderungen sind erstaunlich einheitlich: weniger Bürokratie, klügere Steuern, verlässliche Energie- und Industriepolitik. Wenn die Politik jetzt Tempo macht, kann Vertrauen zurückkehren; wenn nicht, entscheiden Investoren mit den Füßen – und du liest als Nächstes, welche Branche als erste die Reißleine zieht.