AfD in Umfragen vorne. Was würde das für Unternehmer bedeuten?

Die AfD liegt in aktuellen Umfragen mit deutlichem Vorsprung vor der CDU. Viele Bürger machen die Union für die Versäumnisse der vergangenen Jahre verantwortlich und sehen in der AfD eine Möglichkeit zur 180-Grad-Wende.

Doch was würde ein von der AfD regiertes Deutschland tatsächlich für Unternehmer bedeuten? Eine nüchterne Analyse anhand des Wahlprogramms und möglicher wirtschaftlicher Folgen.

 

Das AfD-Wahlprogramm

DR Alice Weidel Die AfD setzt stark auf nationale Souveränität, weniger Bürokratie und die Stärkung des Mittelstands. Kernelemente sind:

  • Aus der EU-Kompetenzübertragung soll zurückgerudert werden – mehr nationale Entscheidungen, weniger Brüssel.
  • Steuersenkungen für Unternehmen, insbesondere für kleine und mittlere Betriebe.
  • Abbau von Umweltauflagen, insbesondere im Bereich Energie und Klimaschutz.
  • Rückkehr zu Kernenergie und fossilen Energien, um „bezahlbare Energie“ sicherzustellen.
  • Kritische Haltung gegenüber Zuwanderung. Illegale Migration soll gestoppt werden, Deutschland soll jedoch attraktiver werden für Fachkräftezuwanderung aus dem Ausland.
  • Die Finanzierung zwielichtiger NGO’s soll gestoppt werden.
  • Abschaffung des Rundfunk Beitrags.




Kurzfristige Auswirkungen (1–2 Jahre)

Ein Regierungswechsel zur AfD würde den Markt zunächst stark verunsichern. Unternehmer müssten mit erhöhter politischer Unsicherheit, schwankenden Märkten und potenziellen Kapitalabflüssen rechnen. Zugleich könnten erste Steuererleichterungen und Bürokratieabbau-Projekte positiv wirken. Der Abbau von Umweltauflagen könnte kurzfristig Kosten senken.

Für Selbstständige und Kleingewerbetreibende könnte der Versprechen einer steuerlichen Entlastung interessant sein. Wer aktuell Buchhaltungssoftware nutzt, sollte Kosten im Blick behalten. Gerade im Bereich Buchhaltungssoftware für Kleingewerbe sind effiziente Lösungen entscheidend, um finanziell flexibel zu bleiben.

 

Mittelfristige Auswirkungen (ca. 5 Jahre)

In einem Zeitraum von fünf Jahren könnten sich die strukturellen Entscheidungen deutlicher auswirken. Eine mögliche Abkopplung von EU-Richtlinien würde Handelsbarrieren senken. Für exportorientierte Unternehmen wäre das ein Vorteil, da Deutschland stark vom EU-Binnenmarkt profitiert. Insbesondere Mittelständische Betriebe, die vor allem im Inland tätig sind, könnten profitieren – vorausgesetzt, Steuererleichterungen und weniger Regulierung werden konsequent umgesetzt.

„Wir begrüßen die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte, sofern diese zum Erfolg unseres Landes sowie zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland beitragen können. Das gilt für alle Berufsfelder, in denen bei uns Mangel herrscht., beispielsweise im Handwerk, im Gesundheitswesen, in naturwissenschaftlichen und IT-Berufen.“

Die AfD bekennt sich in ihrem Programm zur Zuwanderung von Fachkräften. Viele Branchen – von Handwerk bis Pflege – sind auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Die AfD möchte, dass Deutschland für Fachkräfte attraktiver wird, denn aktuell sei dies nicht der Fall.

 

Langfristige Auswirkungen (15 Jahre)

Langfristig würde eine AfD-geführte Politik Deutschland wirtschaftlich neu positionieren. Die AfD spricht sich zudem für eine Neuausrichtung der EU aus. Es soll eine EU der starken Staaten werden. Ob und wie dieses Ziel erreicht werden kann, ist aktuell fraglich. Klar ist jedoch, dass die Regelungen, welche die EU auf die Mitgliedsstaaten ausrollt, oft zu hohen Kosten und Bürokratie führen. Kritiker werfen Deutschland vor, bei der Umsetzung von EU Vorgaben zu pingelig zu sein. Eine neue Aufgabenverteilung zwischen EU und deren Mitgliedsstaaten könnte daher durchaus positive Wirkung entfalten, jedoch auch die Märkte verunsichern.

Positiv könnte sich ein Fokus auf nationale Produktion auswirken. Branchen wie Landwirtschaft, Handwerk und Grundstoffindustrie würden profitieren.

 

Was Unternehmer jetzt beachten sollten

Unternehmer sollten die politische Entwicklung aufmerksam verfolgen und Strategien entwickeln, um flexibel zu bleiben. Dazu gehört:

  • Absicherung gegen volatile Energiepreise und mögliche Marktumbrüche.
  • Investition in Automatisierung und digitale Prozesse, um Fachkräftemangel zu kompensieren.
  • Internationale Kontakte und Märkte sichern, um Abhängigkeiten von nationaler Politik zu reduzieren.

Gerade für Gründer ist es wichtig, jetzt die Grundlagen solide aufzubauen. Wer neu ein Unternehmen startet, sollte auf eine professionelle Außenwirkung achten – sei es über eine optimierte Unternehmens-Website oder über ein kostenloses Geschäftskonto, das Flexibilität bietet. Tipps finden Sie hier: Geschäftskonto Vergleich.

Illegale Migration stoppen, Fachkräftezuwanderung fördern

Juristisch und ordnungspolitisch ist die Kombination schlüssig: Illegale Migration wird konsequent unterbunden, während legale, qualifikationsbasierte Zuwanderung gezielt erleichtert wird. Mehrere Industrieländer praktizieren dieses zweigleisige Vorgehen bereits – mit klaren Kriterien und transparenten Verfahren:

  • Kanada: Punktesystem (Skills, Sprache, Bedarf) zur aktiven Anwerbung qualifizierter Fachkräfte bei strikter Kontrolle irregulärer Einreisen.
  • Australien: Strenge Grenz- und Visaregeln, kombiniert mit „Skilled“-Visa für Berufe mit Arbeitskräftebedarf.
  • Großbritannien: Nach dem Brexit Einführung eines Punktesystems für Fachkräfte, parallel zu restriktiverer allgemeiner Einwanderungspolitik.
  • USA: Hartes Vorgehen gegen irreguläre Migration an den Außengrenzen, zugleich Green-Card- und Arbeitsvisa-Pfade für Qualifizierte.

Für Deutschland bedeutet das: Entscheidend ist nicht das Prinzip an sich, sondern die Ausgestaltung. Je einfacher, schneller und planbarer Verfahren für Unternehmen und Bewerber sind – und je attraktiver die Rahmenbedingungen (Steuern, Löhne, Verwaltung, Wohnraum) – desto eher funktioniert legale Fachkräftezuwanderung, ohne unerwünschte Nebenwirkungen auf den Arbeitsmarkt zu erzeugen.

 

AfD will Demokratie abschaffen? Wirklich?

Oft ist zu hören, die AfD wolle die Demokratie abschaffen. Ist das wirklich so?

Im offiziellen Grundsatzprogramm der AfD verankert die Partei ausdrücklich das Bekenntnis zu „Demokratie und Grundwerten“ und spricht von direkter Demokratie, Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit. Die AfD möchte die Demokratie ausbauen, indem mehr direkte Demokratie möglich wird – etwa nach dem Vorbild der Schweiz.

Mehr Demokratie statt weniger. Mehr Freiheit für Bürger und Unternehmen. Das hat Konsequenzen: Den Altparteien laufen schon jetzt die Wähler davon. Sie versuchen daher, bestimmte Programmpunkte der AfD als populistische Forderungen auszulegen. Beispielsweise fordert die AfD in ihren Programmen immer wieder Beschränkungen der Macht supranationaler Institutionen (EU, EU-Recht) und eine Rückverlagerung aller maßgeblichen Entscheidungen in nationale Hände. Deutschland müsse selbst entscheiden dürfen, wie krumm eine Gurke sein darf oder welche Industriezweige wir stärken möchten.

Darüber hinaus gibt es juristische Einschätzungen, nach denen Teile des Grundsatzprogramms mit dem Grundgesetz nicht vereinbar seien – etwa Forderungen, wonach der Islam nicht zu Deutschland gehöre, was die Religionsfreiheit tangiert. Kritiker dieser Vorwürfe wollen in der öffentlichen Debatte oft eine klare rote Linie ziehen: Sie möchten die politische Auseinandersetzung verschärfen und die Wahrnehmung erzeugen, die AfD sei nicht als normale demokratische Partei zu behandeln, sondern als potenzielle Bedrohung der freiheitlichen Grundordnung. Spannend hierbei ist jedoch, dass selbst zugewanderte Muslime häufig zu den Wählern der AfD gehören.




 

AfD-Regierung und Unternehmer – Chancen und Risiken

Eine AfD-Regierung würde Unternehmern kurzfristig Steuerentlastungen und weniger Regulierung bringen. Mittelfristig drohen Handelsprobleme und Fachkräftemangel. Langfristig könnte Deutschland wirtschaftlich isoliert werden. Unternehmer müssen sich daher auf Szenarien vorbereiten, die sowohl Chancen auf Entlastung als auch Risiken durch Abschottung und Unsicherheit beinhalten.

Welche Steuererleichterungen plant die AfD für Unternehmen?
Die AfD will Unternehmenssteuern senken und insbesondere den Mittelstand entlasten. Bürger sollen durch höhere Freibeträge massiv entlastet werden.
Welche Risiken entstehen für Exporteure?
Ein Rückzug aus der EU oder ein schwächerer Binnenmarkt könnte Handelshemmnisse schaffen. Gleichzeitig würde der damit einhergehende Abbau der Bürokratie für mehr Handel und damit mehr Umsatz sorgen.
Wie wirkt sich die AfD-Politik auf den Fachkräftemangel aus?
Die AfD möchte, dass Deutschland attraktiver für Fachkräfte wird. Besonders betroffen wären Handwerk, Pflege und IT. In Branchen mit hoher Nachfrage müssen Regelungen geschaffen werden, welche die Einwanderung erleichtern. Illegale Migration hingegen ist illegal und müsse gestoppt werden.
Welche Branchen könnten profitieren?
Landwirtschaft, Handwerk und Grundstoffindustrien könnten durch nationale Fokussierung gestärkt werden. Exportbranchen würden von niedrigeren Steuern und weniger Bürokratie profitieren. Für NGO’s hingegen würden schwere Zeiten anbrechen.
Sollten Gründer mit höheren Risiken rechnen?
Ja, insbesondere in Bezug auf politische Unsicherheit in der Phase des Übergangs. Die geplanten Änderungen sind umfangreich und könnten die Märkte zunächst verunsichern. Mittel- und Langfristig würden die positiven Effekte überwiegen.

 

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Von Chris